Alice Schwarzer schreibt

Shirin Ebadi

Artikel teilen

Am 11. Dezember 2004 haben wir in Bonn zusammen auf dem Podium gesessen – und anschließend lange miteinander geredet. Nur ein Bruchteil dessen, was die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi mir damals anvertraute, konnte ich auch veröffentlichen – alles andere hätte sie in Gefahr gebracht.

Doch selbst diese taktische Vorsicht konnte Ebadi und andere letztendlich nicht schützen. Seit 2005 der Hardliner Ahmadinedschad am Ruder ist, hat sich der Terror gegen die eh schon rechtlosen und entmündigten Iranerinnen wieder verstärkt. EMMA berichtete wiederholt. 

Am 21. Dezember 2008 wurde das Menschenrechtszentrum von Ebadi offiziell geschlossen, acht Tage später ihr Rechtsanwaltsbüro durchsucht, zwei Tage später protestierte ein aufgeheizter Mob vor ihrem Privathaus. Man bezichtigte die ehemalige Richterin der Steuerhinterziehung (null Beweise) und der Amerika-Sympathie.

Doch Shirin Ebadi und ihre Mitkämpferinnen lassen sich nicht einschüchtern. Seit dem Juni 2006 sammeln sie unverdrossen „Eine Million Unterschriften“ für die Rechte der Frauen und lassen sich auch nicht entmutigen durch Prügeleien der Polizei und Verhaftungen. Aber ohne unsere Solidarität wären die mutigen Iranerinnen wohl verloren.

Artikel teilen
 
Zur Startseite