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Der Fall Kachelmann, Nr. 6

Am Montag war der erste von insgesamt 13 geplanten Verhandlungstagen gegen Jörg Kachelmann, der weiterhin der „schweren Vergewaltigung“ mit Todesdrohung angeklagt ist. Ich war dabei und werde auch in den kommenden Wochen an den entscheidenden Tagen im Sitzungssaal 1 des Mannheimer Landgerichts auf meinem Platz Nr. 26, Reihe 2 sitzen. Die erste Sitzung wurde bereits nach wenigen Minuten beendet. Aber sie war dennoch aufschlussreich. Denn überraschend nahm auch das mutmaßliche Opfer an der Verhandlung teil. Was übrigens, erstaunlicherweise, nicht alle anwesenden Journalisten mitbekamen.
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Eintrag erstellt am: 
07 Sep. 2010
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Editorial

Es ist wieder soweit: Tote Soldaten sind wieder Helden und es gilt als Ehre, an der Front zu krepieren. Dabei ist es nur traurig. Und so entsetzlich überflüssig.

"Deutschland verneigt sich mit Dank und Hochachtung“, sprach die Kanzlerin. Da ging es noch um die Soldaten Nummer 37, 38 und 39. Wenige Tage darauf folgten die Nummern 40, 41, 42 und 43. Sie alle starben „im Dienst der freiheitlichen und demokratischen Werte dieses Landes“, erklärte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung. Denn: „Gingen wir planlos aus Afghanistan raus, würde die Gefahr steigen, dass Nuklearmaterial in falsche Hände gerät.“ Aha, so lautet also die neueste Variante. Imported from USA. Erinnern wir uns, wie es anfing, 2001, nach dem Anschlag auf das World Trade Center. Das war auch so ein US-Import. Denn da fiel US-Präsident Bush plötzlich ein, die unterdrückten Frauen in Afghanistan müssten dringend befreit – und bei der Gelegenheit auch Bin Laden dingfest gemacht werden. Bin Laden trotzt bis heute erfolgreich der Weltmacht. Und von den Frauen redet inzwischen noch nicht einmal mehr die Kanzlerin. jetzt lesen

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Für einen uneingeschränkten freiwilligen Zugang von Frauen zur Bundeswehr hat Alice Schwarzer erstmals 1978 plädiert. Seit 2001 tritt sie in EMMA für die Abschaffung der Wehrpflicht und ein Pflichtjahr für Männer wie Frauen in der Armee oder der Gesellschaft ein. Der Text erschien zuerst im Mai 2010 in Cicero.

Wir leben in Zeiten, in denen Deutsche sinnlos am Hindukusch sterben und Soldatinnen und Soldaten von „gerechten Interventionen“ traumatisiert in die Heimat zurückkehren. Auch darum ist jetzt von der Abschaffung der Wehrpflicht die Rede. Und da stellt sich erneut die Frage, ob wir nicht eine „Dienstpflicht“ für beide Geschlechter einführen sollten, bei der Frauen wie Männer wählen können: Ob sie nun den Wehrdienst oder ein soziales Jahr (beziehungsweise Halbjahr) absolvieren. Die Väter (und vier Mütter) des Grundgesetzes der Bundesrepublik hatten einst noch die Wehrpflicht der Männer und die Gleichberechtigung der Frauen als „gleichrangig“ festgeschrieben – nicht ahnend, dass die Emanzipation eines Tages so ernst genommen würde, dass diese beiden gleichzeitigen Festschreibungen kollidieren könnten. Denn in den 50er Jahren galt der Wehrdienst für Männer noch als „Ehre“ – und wurde der Ausschluss der Frauen aus der Armee mit der „Natur der Frau“ begründet. Das waren noch Zeiten. mehr

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Alice on tour

DONNERStag, 9. September, 19.30 UHR

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Alice Schwarzer ist zu Gast an der CJD Christopherusschule Königswinter und spricht über die sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder, anschließend Diskussion mit dem Publikum.

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Alice im Alter von acht Jahren, mit 27 als Pardon-Reporterin – und heute beim Betrachten des neuen Becker-Cartoons (mit Margitta Hösel).

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Das Selbstverständnis von Schwarzer als Journalistin und ihr Weg Von der Volontärin zur Blattmacherin. Die Herzl-Dozentur in Wien jetzt als Buch.
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