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02.07.2012

Soll die Beschneidung verboten werden?

Das Kölner Landgericht sprach vor zwei Monaten in zweiter Instanz ein Urteil, das seither international kontrovers diskutiert wird: Das Gericht sprach den Arzt, der von der Kölner Universitätsklinik angezeigt worden war, zwar frei, verurteilte jedoch grundsätzlich die Beschneidung Unmündiger auf Wunsch der Eltern. Der Arzt habe sich in einem „Verbotsirrtum“ befunden, also nicht gewusst, dass er Verbotenes tut. Für die Zukunft jedoch soll in Deutschland klar sein: Die Beschneidung von Kindern ist Unrecht. Denn Kindeswohl gehe vor Elternrecht und Religionsfreiheit. Das Urteil wurde weltweit kritisiert, doch Organisationen wie die Deutsche Kinderhilfe, der Internationale Bund der Atheisten und Terre des Femmes begrüßten es. Und die Feministinnen? Auch ich meine, dass Kindeswohl vor Religionsfreiheit geht und das Elternrecht hierzulande oft eher zu unbeschränkt als zu beschränkt ist. Dennoch finde ich das Kölner Urteil falsch. Warum?

Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.

Schon vor Jahrzehnten haben Studien belegt, dass Frauen von beschnittenen Männern bedeutend seltener an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Und die WHO erhofft sich allein im südlichen Afrika innerhalb von 20 Jahren rund drei Millionen weniger Aidstote dank der Zirkumzision, wie die männliche Beschneidung heißt. Wie also konnte es zu so einem Urteil kommen?

Ich bin überzeugt, dass die eigentliche Ursache der geschlechternivellierende Kulturrelativismus ist. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit – in den 1970er bis 1990er Jahren – wurde die lebensgefährliche und Lust-zerstörende Genitalverstümmelung von Mädchen ebenfalls noch als „Beschneidung“ bezeichnet. Und als die feministische Kritik an dieser verbrecherischen Praxis dann endlich ernst genommen - und nicht länger als „eurozentristisches Missverständnis weißer, privilegierter Frauenrechtlerinnen“ verspottet - wurde, da meldeten sich sogleich „Männerrechtler“, die erklärten: Männer würden schließlich auch beschnitten, das müsse also ebenso bekämpft werden. Was eine unerhörte Verharmlosung der Klitorisverstümmelung und eine Verschleierung der Beschneidungspraxis für Jungen ist.

Worum geht es genau bei diesem Eingriff? Die Vorhaut der Eichel wird teilweise oder ganz gekappt. Gesundheitsorganisationen wie die WHO begrüßen das, weil sie unter dieser Vorhaut leicht Schmutz und Viren sammeln, die bei Männern wie Frauen (beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr) zu Krankheit führen können.

Diese MedizinerInnen und GesundheitspolitikerInnen sind für die Beschneidung, ganz und gar unabhängig von religiösen oder kulturellen Einstellungen. Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt. Bei Männern mit Phimose, einer Verengung der Vorhaut, ist der Eingriff sogar zwingend, weil Voraussetzung für eine schmerzfreie Ejakulation.

Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness. Auch ich bin, wie Terre des Femmes, der Auffassung, dass religiöse Argumente kein Grund sein dürfen für die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes. Und die Beschneidung ist zweifellos eine solche Verletzung. Aber: Sie ist eine sehr, sehr geringe – und es sprechen für mich vor allem hygienische Gründe dafür, unabhängig von Religion und Kultur.

Es ist also wirklich befremdlich, dass die Kölner Universitätsklinik Anlass sah zur Anzeige des Arztes, der den Eingriff medizinisch korrekt durchgeführt hatte. Und es ist noch bizarrer, dass das Kölner Landgericht dieses Urteil gesprochen hat. Doch jetzt ist sie da: die Rechtsunsicherheit.

Das Jüdische Krankenhaus in Berlin hat bereits erklärt, es werde bis zur Klärung keine Beschneidung von kleinen Jungen mehr durchführen – wie sie im Judentum für Gläubige bis zum achten Lebenstag vorgeschrieben ist. Der Koran schreibt die Beschneidung zwar nicht vor, aber sie ist bei Muslimen zwischen dem dritten und achten Lebensjahr üblich. In dem Fall in Köln handelte es sich übrigens um einen vierjährigen Jungen muslimischer Eltern.

Krankenhäuser bekommen viel zu sehen, auch die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie zeigen sehr selten an. Und auch Gerichte haben oft zu entscheiden, auch über die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie sprechen sehr selten klare oder gar strenge Urteile. Warum also dieses so ganz und gar realitätsferne und überflüssige Urteil zur Beschneidung von Jungen?

Alice Schwarzer

Liebe KritikerInnen: Viele eurer Argumente leuchten mir ein. Doch die meinen scheinen mir auch nicht ganz widerlegt.

 

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Gravatar: Sigrid KratschmarSigrid Kratschmar
04.10.2012
10:30
Beschneidung

Ja, jetzt wissen wir es! Deutsche Kinder sind es mehr wert durch das Grundgesetz geschützt zu werden als Immigrantenkinder. Während die einen durch das Grundgesetz gut beschützt sind und sogar ein Klapps auf den Windelpopo für die Eltern strafbar ist - lt. Supernanny -, fallen die anderen einfach durch das gleiche Grundrecht hindurch, das Jedem das Recht auf körperliche Unversehrtheit garantiert. Alle die gegen Gewalt an Kindern sind, werden kurzerhand zu Antisemiten erklärt und über jüdisches Recht belehrt das - seit wann - über dem Deutschen Recht steht? Seit heute morgen "Moma" Frau Knobloch? Haben wir jetzt einen Religions- oder einen Rechtsstaat? Die Diskussionen hören nicht auf! Denn über ein Grundrecht kann man garnicht diskutieren, es gilt! Und noch einmal: Es geht um Kinder, die geschützt werden müssen. Erwachsene, mündige Bürger, können aus Glaubensgründen mit ihrem Körper machen was sie wollen. Sigrid

Gravatar: Sigrid KratschmarSigrid Kratschmar
03.10.2012
22:03
Beschneidung

Liebe Alice, warum glaubst Du scheinen Dir Deine Arguente nur noch als wären sie richtig? Vielleicht, weil Du längst die Wahrheit hinter dem Schein erkannt hast. Und die heißt: Leid für Männer. Wie auch bei anderen Gewalttaten, sind leider die Opfer besonders still. Dabei wären es gerade sie, die auf die Straße gehen sollten. Liebe Alice, Du hast eine Stimme die gehört wird, lasse dieses Unrecht nicht zu. Ich bin sprachlos darüber, wie einfach es scheinbar ist ein Grundgesetz zu kippen. Dabei wurde uns Jahrelang in der Schule die Unantastbarkeit Desselben gepredigt. Was interessiert mich, was die Welt denkt, wenn ich für die Gerechtigkeit einstehe. Sigrid

Gravatar: ChristianChristian
03.10.2012
11:23
Wie war das mit der Gleichberechtigung?

Wer (Grund)Rechte für Frauen/Mädchen fordert, diese aber gleichzeitig für Männer/Jungen negiert hat sich meines Erachtens nach auch für die Frauenbewegung völlig disqualifiziert. Respekt haben beide Geschlechter verdient.

Gravatar: joannajoanna
03.10.2012
01:36
Welche Argumente?

Entschuldigen Sie Frau Schwarzer, welche Argumente meinen Sie? Die Hygiene? Weil es für Frauen netter ist, da Männer sich nicht zu waschen wissen? Beschäftigen Sie sich besser mal mit den Gefahren: http://www.welt.de/politik/deutschland/article109564185/Strafrechtler-warnt-vor-Todesfaellen-bei-Beschneidung.html

Gravatar: michael roloffmichael roloff
21.09.2012
03:22
ARCHIEVE ZUR BESCHNEIDUNGS DEBATTE

hier ein Archiv zu der Beschneidungs Debatte http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html Ein Brief von mir an den Ethik Rat http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/beschneidungs-brief-den-ethik-rat.html Eine Diskussion ueber das Thema, mit drei Deutschen + einem Amerikanischen Psychologen. http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/psychotherapeutenyahoogroupsde.html This piece by the GErmanist/ Philosopher Luedkenhaus at the http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/kindeswohl-und-elternpflicht-1.17546099 und Michael Wolfsohn's http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article108847257/Die-Vorhaut-des-Herzens.html so wie mehrere bei dem Debatten Magazin http://www.theeuropean.de/start http://www.facebook.com/mike.roloff1?ref=name http://www.roloff.freehosting.net/index.html Member Seattle Psychoanalytic Institute and Society

Gravatar: HannaHanna
18.09.2012
15:56
Danke, Alice!

Interessant ist, im Zusammenhang mit den Beschneidungs- Blogs die unglaubliche Anzahl an Zuschriften und die Aufgeregtheit der Blogger. Und die ständige Vermischung mit der Genitalverstümmelung von Frauen. Niemals, als die Zahlen der familiären Gewalt an Kindern und Frauen, mit Todesfolgen, bekannt wurden, hat es eine solche Kommentar- Flut gegeben. Es geht also um eine Angelegenheit, die den Deutschen - vor allem diesen - sehr nahe geht Und, mit der Generalvermutung der nachhaltigen Traumatisierung der beschnittenen Jungen, eine Schuldumkehr, zumindest, wenn es um die Juden geht. Eine Menge Trieb kann an dem Thema abgelassen werden. Wie respektlos das ist, kümmert niemanden. Wie sich Jungen, die beschnitten wurden (und das sind ja weltweit nicht Wenige) angesichts einer solchen Kampagne fühlen, ob sie durch diese Diskussion traumatisiert werden, ist nirgendwo Thema. Es kann also hier nicht um das Kindeswohl gehen. Um was? Das sollten sich die Aufgeregten selbst fragen.

Gravatar: HVHV
14.09.2012
11:56
Beschneidung

Ich schreibe als nicht beschnittener Mann: Was mich bei der Diskussion wundert, ist folgendes: In der jüdischen Religion soll durch die Zirkumzision der "Bund mit Gott" begründet werden. Was ist eigentlich mit den Mädchen und Frauen, die nicht beschnitten werden müssen und daher auch keinen Bund mit Gott eingehen können? Sie sind außerhalb der Religion, was auch ihre Position in der Synagoge offenbart. Im Islam verhält es sich ähnlich. Zu dieser Frage hätte ich gerne eine Meinung von Frau Schwarzer. Dies ist doch ein spezifisches Frauenthema oder nicht? Vielen Dank.

Gravatar: junicajunica
06.09.2012
21:40
Grundrechte dem religiösen Wahn opfern ?

Das GG schützt die körperliche Unversehrtheit ohne Rücksicht auf das Geschlecht. In einer aufgeklärten Gesellschaft kann es keine Rechtfertigung dafür geben, wegen überholter religiös motivierter "Traditionen" die Grundrechte des Menschen mit Füßen zu treten. Beschneidung (egal ob Jungen oder Mädchen betroffen sind) ist ein Verstoß gegen das GG. Glauben oder Aberglauben - wo ist das der Unterschied ? Wenn nun jemand auftaucht und behauptet, sein Gott habe ihm gesagt, dass jedes drittgeborene Kind getötet werden muss, werden wir das dann auch diskutieren ? Ein aufgeklärter Jude hat mir mal gesagt: "Wenn der liebe Gott uns ohne Pelle gewollt hätte, hätte er uns ohne Pelle gemacht."

Gravatar: Tante JayTante Jay
30.08.2012
09:04
Man wird so müde

Jedesmal, wenn man diese unsäglichen Vourteile widerlegt, kommt irgendwo jemand her und gräbt sie wieder aus. Die WHO-Empfehlung z.b. bezieht sich auf erwachsene, einwilligungsfähige Männer und sie müssen (!) vorher (!) aufgeklärt werden. Die Peniskrebsgeschichte ist völlig obsolet: Peniskrebs ist äußerst selten und entsteht meist in fortgeschrittenem Alter. Auf die Frage, warum ein Säugling oder Kleinkind vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie z.b. AIDS geschützt werden muss, bleiben alle Befürworter still. Religiöse Gründe - was ist mit der Religionsfreiheit des KINDES? Das wird zwangsweise unwiderruflich eingemeindet. Da verliert niemand ein Wort drüber. Die extremen Schmerzen sind eine andere Geschichte - und inzwischen kommen auch mehr und mehr Männer aus der Scham hervor und berichten. Und nichts davon ist schön. Das geht so weiter mit JEDEM Argument. Und es ist so ermüdend, die wie ein Mantra wiederholen zu müssen :(

Gravatar: Julia DehlJulia Dehl
25.08.2012
16:40
Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!

Dies ist ein Eingriff unter dem manche Männer ein Leben lang leiden. Lesen Sie, was die Kinder- und Jugendärzte meinen, was die Kinderchirurgen sagen! Es ist nicht harmlos! Und beschäftigen Sie sich mal mit diesen WHO Empfehlungen! Einerseits geht es dabei um Sub- Saharagebiete, andererseits sind diese Studien, die die Grundlage der Empfehlung sind, unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Bevor Sie derartige Dinge äußern, muß Ihnen klar sein, welches Gewicht Ihre Worte haben können: Sie unterstützen den Schmerz und das Leid von Menschen.

Gravatar: AlexanderAlexander
25.08.2012
15:44
Auch Jungen haben Rechte

Frau Schwarzer, ich bin aus rituellen Gründen beschnitten worden und sehr unglücklich darüber. Es geht bei dem Verbot um die Jungen, die unglücklich mit ihrer Beschneidung sind und dieses Leid bis an ihr Lebensende mit sich tragen müssen. Wollen sie wirklich mit dem Leid der Jungen und Männer ihre Hygienischen ansichten erkaufen? Meine Beschneidung hat Wochenlang geschmerzt. Ich hatte Angst auf die Toilette zu gehen. Ich habe mich immer, bis heute, für meinen entstellten Penis geschämt. Das Recht über seinen eigenen Körper zu bestimmen ist elementar. Was sagen einem 12 jährigen Jungen, dessen Mutter einen Muslim kennenlernte der fordert, das der Junge beschnitten wird. Wer weinend und bettelnd von vier Pflegern gehalten wird wärend der Anästhesist einem die Maske aufdrückt um einem ein Stuck des eingene Penises wegzu schneiden, der ist traumatisiert. Man hat keine Chance gegen diese Entscheidung vorzugegen. Weder als Kind noch als Erwachsener. Ich weiß es, ich hab es probiert.

Gravatar: yiddishayiddisha
24.08.2012
15:13
Selbstbestimmung für mündige Männer

Sehr geehrte Frau Schwarzer Ob irgendwo auf der Welt erwachsene Männer mit Hygieneproblemen und deren Folgen zu kämpfen haben, steht nicht im Kontext der Überlegung, welche grundgesetzliche Garantie in Deutschland höher einzustufen ist – die der Unversehrtheit von Säuglingen und Kindern oder die der elterlichen Entscheidung, sich dem Druck ihrer Glaubengemeinschaft zu unterwerfen. Mündige Männer können sich beschneiden lassen, wenn sie das für notwendig erachten. Fällt es Ihnen schwer diesen Männern gleich viel Selbstbestimmungsrecht zuzugestehen, wie Sie es seit Jahrzehnten für Frauen erstreiten? Ich erinnere mich noch gut an Ihr Engagement in Sachen Gewissennöten vor der Änderung des § 218 StGB. Glauben Sie heute junge Frauen stünden nicht in Gewissensnöten, angesichts ihrer von Männern dominierten Community, die von ihnen verlangt, das schmerzvolle Opfer ihrer Söhne gutzuheißen? Wo bleibt Ihre Unterstützung der Mütter, die allein nicht die Kraft haben, sich gegen barbarische Riten und Dogmen zu wehren? Ich bin selbst eine jüdische Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter eines moslemischen Schwiegersohns – das Thema Beschneidung begleitet mich bereits seit vielen Jahrzehnten und nicht erst seit wenigen Wochen. Ihre Behauptung zur körperlichen Verletzung: „Sie ist eine sehr, sehr geringe – und es sprechen für mich vor allem hygienische Gründe dafür, unabhängig von Religion und Kultur.“ ist ein Schlag ins Gesicht aller Männer, die lebenslänglich mit den Folgeerscheinungen kämpfen müssen und aus Scham schweigen…

Gravatar: Sonja ThomasSonja Thomas
24.08.2012
10:54
Es geht um Kinder nicht um Männer

Enttäuscht, Frau Schwarzer, dass Sie nicht erwähnen, dass die Empfehlungen der WHO umstritten sind und sich vor allem auf Männer beziehen, während es bei dem Kölner Urteil um Kinder geht! wer die "Segnungen" der beschneidung genießen will, kann das ja mit 18 Jahren selber entscheiden.

Gravatar: Klemens DeppeKlemens Deppe
24.08.2012
10:28
Gegen rel. Beschneidung bis zum 18. Geburtstag von Jungen und Mädchen

Sehr geehrte Frau Schwarzer, scheinbar haben sie noch nie einen Film über Beschneidungen gesehen. Anders sind ihre Ausführungen nicht zu deuten. Schauen sie sich doch mal live eine Beschneidung an, dann müsste sich jede Diskussion erübrigen.

Gravatar: Ulf DunkelUlf Dunkel
24.08.2012
10:27
Alice im Märchenland

Liebe Alice Schwarzer, ich bin überrascht, dass eine intelligente Frau wie Sie vor dem Verfassen eines solchen Textes nicht vernünftig recherchiert hat. Die in Ihrem Text aufgestellten Behauptungen sind nicht haltbar. Schade, dass Sie nicht vernünftiger recherchiert haben. Hier ein paar Quellen, die auch Ihren Wissenshorizont zu diesem Thema erweitern würden: Hier eine populärwissenschaftliche Zusammenfassung und Entlarvung aller Argumente pro Beschneidung: http://bloganddiscussion.com/argumentevonfemastasen/1370/maennliche-beschneidung-vs-weibliche-beschneidung/ Und hier die wesentlich wichtigere, rein juristische Bewertung der Rechtslage zum Thema, durch Dr. Holm Putzke, dessen Text maßgeblich zum historischen Urteil des Kölner Landgerichts vom Mai 2012 beigetragen hat: http://www.holmputzke.de/index.php?option=com_content&view=article&id=23&Itemid=29 (Bitte den Text "Die strafrechtliche Relevanz der Beschneidung von Knaben" lesen.)

Gravatar: Rita SchafferRita Schaffer
16.08.2012
06:41
enttäuscht

Sehr geehrte Frau Schwarzer, ich bin maßlos enttäuscht von Ihnen. Niemals im Leben hätte ich gedacht, dass Sie zu denen gehören könnten, die Gewalt bagatellisieren. Und wenn sie einmal bei der muslemischen Beschneidungsfeier zugegen gewesen wären, würden Sie erkennen, dass es sich dabei um nichts anderes als Gewalt handelt. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen. Die Schreie des Kindes werde ich nie vergessen. Dank der Schmerzen werde das Kind zu einem "richtigen Mann" wurde mir erklärt. Und sie machen sich jetzt zur Anwältin dieser barbarischen Praxis? Ich fass es nicht... Und Sie wundern sich, dass die Staatsanwaltschaft im Kölner Fall Anzeige erstattet hat? Haben Sie nicht mitbekommen, dass es bei diesem "harmlosen" Eingriff trotz fachgerechter Ausführung zu schlimmsten Komplikationen gekommen ist??

Gravatar: MurielMuriel
10.08.2012
17:30
Gehts noch Alice?

Es ist Körperverletzung. Sie waren wohl noch nie bei einer Beschneidung dabei, sonst würden Sie diese Qual nicht befürworten. Denken Sie mal daran, es wäre ein Mädchen.... Was, Sie denken jetzt Mädchen haben ja keine Vorhaut? Völlig falsch - und Sie wissen das. Die Klitoris hat ebenso eine Vorhaut. Wissen Sie doch, oder. Auch hier wird Smegma produziert. Viel mehr als bei Männern. Aber das wissen Sie, gelt? Und dieses Smegma kann Viren enthalten, und diese Viren können zu Krebs führen, auch zu Gebärmutterhalskrebs. Genauso wie durch Smegma von Männern. Hier hilft WASCHEN, nicht verstümmeln! Ach ja, Frauen haben mehr davon, wenn Männer beschnitten sind. Kommt darauf an. Manche brauchen große Mengen an Gleitmittel, wegen den Schwielen an seinem besten Stück. Wenn Mutter Natur die Vorhäute als sinnlos erkannt hätte, hätte sie diese nicht entwickelt

Gravatar: Christian FialaChristian Fiala
08.08.2012
00:17
Trauma muslimische Beschneidung: Ali Utlu im Gespräch mit Teresa Arrieta

Ali Utlu hat seine Beschneidung 'wie eine Vergewaltigung' erlebt. Wieso soll so etwas in einer demokratischen Gesellschaft, die sich zu Menschenrechten bekennt, erlaubt sein? Warum ist das zu Recht bei Frauen streng verboten und verpönt, aber bei Männern soll es eine Ausnahme geben? Warum soll das Recht auf Selbstbestimmung für Jungen nicht gelten?

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:49
Irrtum, Alice! (8)

Egal, wie ihre Traditionen zustande gekommen sind, egal, welchen Stand sie in unserer Gesellschaft haben und (vor allem!) egal, was sie womöglich abschneiden wollen.

Damit das NICHT passieren KANN, ist es wichtig, Rechtssicherheit zu schaffen.
Und die sehe ich verwirklicht, wenn sich unser Staat einerseits klar zum Schutz von Kindern vor Übergriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit bekennt und andererseits juristisch genau und haarklein festlegt, wann und unter welchen Umständen Ausnahmen straflos (nicht rechtmäßig!) sind.

Ich erwarte keineswegs, dass deutsche Gerichte Religionen reformieren.
Das ist nicht ihr Job und ich sehe auch nicht, dass das hier passieren soll.
Aber ich erwarte, dass der deutsche Staat Stellung bezieht.
Und zwar auf Basis der Rechtsstaatlichkeit und zum Schutze derer, die in dieser Sache nicht gefragt werden können.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:47
Irrtum, Alice! (7)

Wäre es nicht die Vorhaut und wären es nicht Juden und Moslems, um die es geht, sondern wären es Ohrläppchen (die sind auch viel unnützer als Vorhäute) und wären es irgendwelche andere, vielleicht nicht so bekannte Religionsgemeinschaften, dann gäbe es selbstverständlich gar keine Debatte: dann würde das Abschneiden dieser Körperteile als Körperverletzung betrachtet und es gäbe keine Hemmungen, Religiosfreiheit zugunsten der Unversehrtheit ihrer Kinder hintanstehen zu lassen. Da wären sich dann vermutlich Christen, Juden und Moslems total einig und erklärten das für barbarisch. Kaum ein Mensch hielte das wohl für so eine Ungeheuerlichkeit wie ich das in diesem Fall erlebe. Und das wär (setzt man voraus (was ich nicht tue), dass Juden und Moslems das Recht eingeräumt werden muss, ihre Söhne zu verstümmeln) höchstes Unrecht. Denn was für jüdische und für muslimische Familien gilt, muss dann für ALLE sich "Religionsgemeinschaft" nennende Gruppen ebenso gelten.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:46
Irrtum, Alice! (6)

Die medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Knaben ist eine unumkehrbare Verletzung des Kinderkörpers. Und diese hat gefälligst erst mal grundsätzlich strafbar zu sein. Es kann folgerichtigerweise allenfalls aus der religiösen Motivation der Eltern und deren Recht auf freie Ausübung ihrer Religion und der Religionshoheit über ihr Kind eine Ausnahme gestrickt werden, die die rituelle Beschädigung des Penisses eines kleinen Knaben straflos bleiben lässt. Mehr ist meiner Ansicht nach einfach nicht drin. Zumindest die Personen, die in den Vorhäuten ihrer Söhne eine Religionsbehinderung sehen, sollten damit dann aber auch zufrieden sein - sie können weiterhin die Beschneidung praktizieren und werden dafür nicht bestraft.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:43
Irrtum, Alice! (5)

Und auf diese Weise, so nehmen Historiker an, ist auch die religiös motivierte Beschneidung entstanden. Ähnlich wie viele der restriktiven Speisegesetze der Juden einen ganz klaren Sinn machen, wenn man keinen Kühlschrank hat, macht die Beschneidung einen Sinn, wenn man in der Wüste lebt und Wasser nicht für solche "Nebensächlichkeiten" wie Körperhygiene "verschwenden" kann. Betrachtet man das Abschneiden eines Körperteils (und sei es noch so klein; deshalb habe ich weiter oben ja das Beispiel mit dem winzigen Babyzehen angeführt) als eine "Beschädigung des Körpers" (und weshalb man das nicht tun können sollte, ist mir schleierhaft) - und diese ist ja immerhin dauerhaft, irreversibel und kann subjektiv auch tatsächlich zu Problemen (körperlichen wie psychischen) führen, was relevante Verstümmelungskriterien sind - dann wüsste ich nicht, weshalb eine solche rituelle Beschädigung, die OHNE medizinische indikation vorgenommen wird - KEINE Verstümmelung sein sollte.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:42
Irrtum, Alice! (4)

Ich wüsste jedenfalls nicht, was schützens- oder verteidigenswert wäre an einem Brauch, der auf ein derart dämliches Ansinnen zurückzuführen ist. Die WHO empfiehlt übrigens die Zirkumzision von Penissen aller kleiner Jungen auch nicht. (4) Empfohlen wird sie dort, wo Jungen und Männer keinen Zugang zu frischem Wasser und Seife haben, wo Kinder so vernachlässigt aufwachsen, dass sie niemanden haben, von dem sie lernen können, wie man sich rein hält und warum das wichtig ist und wo es weder eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt noch der Zugang zu Kondomen sicher gewährleistet ist. Denn auch die WHO hält das Kondom für eine deutlich sicherere Methode, Geschlechtskrankheiten einzudämmen als die Beschneidung. Diese ist eine "Notmaßnahme", wo alles, was eigentlich besser und sinnvoller wäre, nicht funktionieren kann, weil die Bedingungen es einfach nicht hergeben.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:40
Irrtum, Alice! (3)

Dass gerade in USA so viele Baby-Boys aus angeblich hygienischen Gründen beschnitten werden, liegt jedenfalls nicht daran, dass in irgendeiner Weise auch nur andeutungsweise wahr wäre, dass sich damit die Rate der Männer mit Geschlechtskrankheiten oder anderen Störungen der Penisphysiologie senken ließe (was nicht der Fall ist, sondern das Gegenteil; die USA haben bezogen auf die Bevölkerungszahlen die höchste Rate an Menschen mit behandlungsbedürftigen Geschlechtskrankheiten). Diese Beschneidungs(un)sitte ist einfach nur ein Relikt aus jenen Zeiten, zu welchen man noch glaubte, die "Unart" des Masturbierens dadurch unanttraktiver machen zu können. Heute wird mit "Hygiene" betitelt, was aus prüder Dummheit seinen Anfang genommen hat. Wissenschaftlich erwiesen ist selbstverständlich keins von beidem: weder wird unter beschnittenen Männern weniger masturbiert, noch sind beschnittene Männer automatisch die Gesünderen. ;)

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:38
Irrtum, Alice! (2)

Was die Hygiene bei Kleinkindern und Kindern angeht, so sehe ich die Eltern da in der Pflicht, ihre Söhne (ebenso wie die Töchter) darin zu unterweisen, wie man(n) sich wäscht und das Ergebnis ggf. auch so lange zu kontrollieren bis es sicher klappt und auch selbstverständlich stattfindet. Erwachsene Männer sollten sowieso daran interessiert sein, sich sauber zu halten und das Notwendige von selbst tun; dass es Schweine gibt, die sich nicht richtig waschen, ist für mich nun wirklich kein Grund, allen kleinen Jungs vorsorglich die Vorhaut abzuschneiden oder die Beschneidung als wundervolle Methode der Gesundheitsvorsorge zu propagieren. Ein nicht beschnittener Mann, der den hierzulande üblichen Zugang zu Wasser und Seife hat, kann sich genauso rein halten wie ein beschnittener. Das ist kein Problem.

Gravatar: goblingoblin
03.08.2012
16:35
Irrtum, Alice!

Alice, du bist leider schlecht informiert. So gut wie alle kleinen Jungen kommen mit einer Verklebung der Vorhaut zur Welt. Das ist ganz normal und hat mit einer behandlungsbedürftigen Vorhautverengung erst mal gar nichts zu tun. Es handelt sich um eine sogenannte "physiologische Phimose", einer Verklebung der Innenhaut der Vorhaut mit der Eichel, die sich bei den meisten Jungen bis zum Alter von etwa 2 Jahren ganz von selbst löst. Behandlungsbedürftig ist diese, wie gesagt, nicht. Weder durch eine OP noch durch elterliche Versuche, die Verklebung zu lösen - dadurch können nämlich erst recht Probleme auftreten, weil es in der Folge zu störenden und auch schmerzenden Vernarbungen und Verengungen kommen kann. Nur, wenn ein kleiner Junge Schmerzen hat, Probleme beim Wasserlassen oder sonst erkennbar beeinträchtigt ist, ist eine Operation angezeigt.

Gravatar: Christian FialaChristian Fiala
01.08.2012
13:17
ein paar Fakten zum Thema

Eine umfangreiche dänische Studie zeigt, dass Genital-Beschneidung relativ häufig zu schweren Komplikationen führen und das sexuelle Empfinden von Männern und deren Partnerinnen stark einschränken kann: http://ije.oxfordjournals.org/content/40/5/1367.full.pdf

Eine weitere umfassende Studie an fast 2000 Schulkindern im Alter von 6-17 zeigt außerdem, dass ein chirurgischer Eingriff wegen einer Phimose nur sehr selten aus medizinischen Gründen notwendig war. http://www.cirp.org/library/general/oster/

Und was die angeblichen Vorteile von Beschneidung vor Infektionen angeht: der Vergleich zwischen USA und Europa zeigt deutlich, dass dies alles Phantasien und Projektionen sind.

Auch die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, ohne 'Beschneidung' von Jungen.

Mehr zu den medizinischen Aspekten auf der ausführlichen Homepage: Circumcision Information and Resource Page, www.cirp.org

Gravatar: Christian FialaChristian Fiala
01.08.2012
12:29
Mom, why did you circumcise me?

Warum ist es so schwierig dass sich alle diejenigen, die sich öffentlich zu dem Thema äußern zuerst über die Facts informieren? Das würde uns viele unnötige Kommentare und emotionelle Diskussionen ersparen. Die Film Doku "Mom, why did you circumcise me?" enthält die wesentlichen Fakten zum Thema in 30 min.

Gravatar: BennoBenno
31.07.2012
16:56
Meine Vorhaut gehört mir!

Gravatar: SilviaSilvia
30.07.2012
18:28
Politically correct?

Ich kann es nicht fassen, dass ausgerechnet Alice Schwarzer, deren „Motor ihres ganzen Handelns die Gerechtigkeit ist", wie sie selber auf dieser Internetseite schreibt; dass ausgerechnet diese Frau, die seit Jahren vehement die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen anprangert, beim gleichen Sachverhalt bei Knaben zum Schluss kommt, dass „die Verurteilung der männlichen Beschneidung“ „eine realitätsferne politische Correctness“ ist! Ist es nicht eher so, dass Frau Schwarzer in diesem Fall „politically correct“ sein will, so wie dies auch die Mehrheit der deutschen Bundesregierung und der Kirchenvertreter ganz offensichtlich glauben sein zu müssen? Anders kann man es sich gar nicht erklären, dass eine aufgeklärte Gesellschaft Toleranz aufbringt für ein solch „grausames Relikt“, wie die britisch-jüdische Ärztin, Psychotherapeutin und Feministin, Dr. Jenny Goodman, dieses Ritual aus grauer Vorzeit nennt, das sie „immer als eine Abweichung vom Herzen ihrer Religion empfunden habe".

Gravatar: SilviaSilvia
30.07.2012
14:41
Blinder Fleck?

Liebe Alice, Sie und Ihr Einsatz für die Rechte der Frau begleiten mich seit meiner frühen Jugend und ich bin sehr dankbar dafür, was Sie für die Sache der Frauen geleistet haben und immer noch leisten. Vor allem haben mich auch immer Ihre klugen, gut recherchierten, auf den Punkt gebrachten Stellungnahmen zu diversen, gesellschaftlich brisanten Themen begeistert. Aber dieser Blog zum Thema "Beschneidung" ist meiner Meinung nach sehr undifferenziert und schlecht recherchiert, wie die meisten Kommentare hier zeigen. Unabhängig von allen Statistiken kann es doch nicht sein, dass die Grundrechte von Jungs mit einer anderen Elle gemessen werden als die von Mädchen! Kann es sein, dass Sie da einen blinden Fleck haben? V.a. aber werden die so traumatisierten Jungs einmal erwachsene Männer mit einer verhornten Eichel und einer enorm eingeschränkten Empfindungsfähigkeit, die dann wiederum die Frauen zu spüren kriegen durch Unsensibilität bis hin zur Gewaltbereitschaft in der Sexualität!

Gravatar: Peekay KeethPeekay Keeth
26.07.2012
20:44
Pro und Contra

Sehr geehrte Frau Schwarzer, es mag vielleicht Gründe für die Bescheidung von Männern geben. Aber es gibt nur einen einzigen für die Beschneidung minderjähriger Jungen: eine Phimose die nicht durch nichtoperative Heilverfahren beseitigt werden kann. Dazu ist noch anzumerken, dass diese sich teilweise erst im Alter von 17 Jahren oder später von selbst „verwächst“. Die Gegenargumente einer Beschneidung von Minderjährigen wurden hier jedoch ausführlich dargelegt. Und sicher finden sich noch etliche in den Archiven von Emma, wenn man / frau die Geschlechterbrille mal abnimmt und einen Menschen nur als einen Menschen sieht. Wenn Sie also ein Pro und Contra Beschneidung machen, dann differenzieren Sie bitte auch beim Zeitpunkt des Eingriffs.

Gravatar: saarelasaarela
25.07.2012
18:13
Ein kleiner Eingriff ?

Ich bin sprachlos: Sollten wir bei körperlichen Verstümmelungen von Kindern nicht einheitlich "nein" sagen, egal aus welchen Gründen, aus welchen Motiven oder Beweggründen ? Und sollten wir nicht bei Bewertung der Erheblichkeit eines solchen Eingriffes aus der Opferperspektive entscheiden ? Ich bin perplex und zugegeben angewidert, dass - sobald es um männliche Kinder geht - mit zweierlei Maß gemessen werden soll. Was ist das für eine menschen- bzw. männerverachtene Einstellung ? Und was soll diese Verniedlichung und Verharmlosung des Eingriffs ? Weil es "nur" um Jungs geht ? Dass der Feminismus auf einem Auge systemimmanent eine Sehschwäche hat, war bekannt, dass mittlerweile komplette reaktionäre Blindheit eingetreten ist, ist neu. Ein kleiner Eingriff ? Das Argument kennen ich: Es wurde seinerzeit in den 70igern von reaktionären Männern in der Abtreibungsdebatte gebraucht, wenn erklärt wurde "Frauen sollen sich bei dem Thema nicht so anstellen". Wie sich die Zeiten doch ändern.

Gravatar: Ger KSGer KS
25.07.2012
11:05
Patriarchat

Was mich so derartig verwundert ist, dass jene Menschen die gegen das unsägliche Patriachat in allen Formen kämpfen, genau hier still sind. Psychoanalytiker nennen die "Beschneidung" ein Ritual um den kleinen Buben mit der Kastrationsangst an die patriachalische Gesellschaft zu binden. Frau Schwarzer legt also gerade den Grundstein nach einem feministischen Zwischenspiel das nächste Jahrtausend Patriachatsherrschaft zu festigen. Ist das die Absicht des jetzt ängstlich gewordenen Feminismus? Stimmt es euch nicht nachdenklich, dass gerade die patriarchalischten frauenfeindlichsten Gesellschaften ihren männlichn Kindern diese Gewalt antun?

Gravatar: DiscordiaDiscordia
24.07.2012
23:36
Schockiert

Ich bin wirklich schockiert über derartige Fehlinformationen. Frau Schwarzer, ersetzen Sie in Ihrem Text mal "Männer" durch "Frauen" und Sie erkennen, was an dem Text falsch ist. Sie geben einfach die selben Argumente wieder, wie diejenigen, die FGM verteidigen. Die Hygieneargumente sind Schwachsinn in Gegenden mit Wasseranschluss, Kondome schützen weit mehr vor Krankheiten und die Studien, zu denen es noch dazu Gegenstudien gibt (!) gelten selbst laut WHO nur in Ländern mit exorbitant hoher HIV-Rate und ohne Zugang zu anderweitigem Schutz. Erst Informieren, dann schreiben, bitte.

Gravatar: KalyKaly
23.07.2012
21:59
Bei Hunden ist es bei Strafe verboten ....

Sauberkeit so ein Quatsch, wer seinen Schniedel mit Vorhaut nicht wäscht, der macht es auch ohne nicht. Herrgottnochmal, warum hat kein deutscher Politiker den Arsch in der Hose und sagt, daß das Recht der Kinder auf Unversehrtheit ihres Körpers über dem Recht zur Ausübung irgendwelcher mittelalterlicher Religionen mit teilweise perversen Ritualen steht ? Es gibt bei uns nun mal Gesetze und wer diese nicht akzeptiert, soll in ein Land gehen, in dem solcherlei Körperverletzungen gang und gäbe sind. Sich die Rosinen in Deutschland aus dem Kuchen rauspicken, aber sich einen Sch…dreck um unsere Gesetze und Vorschriften kümmern ! Was kommt als nächstes ? Die öffentliche Steinigung einer Ehefrau, die einen anderen Mann angesehen hat? Auch das hat Tradition im Islam und könnte mit der gleichen Begründung straffrei sein. Keiner unserer sogenannten ” Volksvertreter” hat den Mumm, mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und zu sagen : Freunde, hier nicht !

Gravatar: Amet MutAmet Mut
23.07.2012
19:44
Herr

Liebe Frau Schwarzer, ich kann Ihrer Argumentation durchaus folgen wenn wir über erwachsene sexuell aktive Männer in Schwellen und Entwicklungsländer sprechen. Hierauf beziehen sich nämlich die von Ihnen erwähnten Studien. Wir sprechen hier aber von Jungen im Alter von 8 Tagen bis 12 Jahren. Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass diese Personengruppe in Deutschland die von Ihnen propagierten Probleme hervorruft. Schauen Sie sich einen Film über Beschneidungen von Jungen an und behaupten dann noch einmal dass es sich um einen kleinen harmlosen Eingriff handelt. Wenn Sie die Beschneidung von Jungen dann immer noch befürworten fürchte ich dass Sie den Begriff Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht verstanden haben.

Gravatar: Ger KSGer KS
23.07.2012
01:09
Männerverachtend?

Und wieder mal zeigt es sich, das die energischten VorkämpferInnen für Frauenrechte auch nicht frei von Sexismus sind. Das Abtrennen eines hochsensiblen Teils des Körpers ist für Alice Schwarzer ein Grund dieses zu beführworten weil es ja der Gesundheit von Frauen dient. So derartig danebengegriffen hat EMMA bisher noch nie. Es ist schon fast unverhüllt männerverachtend zu nennen.

Gravatar: KlausKlaus
22.07.2012
13:40
Leseempfehlungen

Liebe Frau Schwarzer, ich finde es gut und richtig, dass Sie in der nächsten EMMA ein Pro & Contra zur Beschneidung von Jungen machen wollen. Vielleicht kaufe ich mir deshalb zum ersten mal in meinem Leben die EMMA. Damit ich mich dann aber nicht wieder über falsche Pro-Argumente ärgern muss, möchte ich Ihnen folgende Informationen ans Herz legen: http://www.sexasnatureintendedit.com/ Ein Buch über die negativen Auswirkungen der männlichen Beschneidung, auch über bei Ihren Partnerinnen. http://www.circumcision.org/studies.htm Sammlung von Studien http://www.circumcisionharm.org/ Global Survey of Circumcision Harm. Eine Umfrage unter betroffenen Männern. http://blog.practicalethics.ox.ac.uk/2012/05/when-bad-science-kills-or-how-to-spread-aids/ Was von den Empfehlungen der WHO zu halten ist, erklärt Ihnen hier ein Wissenschaftler der Universität Oxford. http://www.circleaks.org Eine Seite mit Hintergründen zu einigen Beschneidungsbefürwortern.

Gravatar: RobinRobin
21.07.2012
23:51
Mr.

Sehr geehrte Frau Schwarzer, ich bin erstaunt über Ihren Standpunkt. Gerade von Ihnen hätte ich nicht gedacht, dass sie Fakten wie "1/3 sind beschnitten" einfach so in Argumente verwandeln. Genau dasselbe wurde doch immer von den entsprechenden Tätern der weiblichen Verstümmlung gemacht! Die "hygienischen Gründe" kommen auch historisch nach den anderen. Die moderne westliche Beschneidung (USA) wurde zum Erschweren der Masturbation eingeführt. Das müsste Ihnen doch widerstreben! Sie beziehen sich auch viel auf die WHO. Der entsprechende Bericht spricht von HIV, was aber in Europa kein großes Problem darstellt. Zum Gebärmutterhalskrebs sagt die WHO im selben Bericht, dass der Zusammenhang nicht eindeutig belegt ist, widerspricht also einem Ihrer Hauptargumente direkt. Ferner scheinen Sie nichts von der Anatomie der Vorhaut zu wissen. Vielleicht glauben Sie ja Frau Ayaan Hirsi Ali: http://vidaru.com/ayaan-hirsi-ali-on-male-circumcision-male-circumcision-is-worse/13719974 Viele Grüße!

Gravatar: AndyAndy
21.07.2012
17:37
Zu bedenken...

Zwischen den Schamlippen einer Frau sammelt sich etwa doppelt soviel Dreck/Erreger an wie unter der Vorhaut. Wenn man die Vorhaut von Jungs aus hygienischen Gründen entfernen sollte, sollte man mit den Schamlippen eines Mädchens dasselbe tun. Aber Feministinnen gehen mit Vehemenz dagegen vor (mit Fug und Recht).
Heißt aber, wenn Hygiene kein Argument für weibliche Beschneidung ist, ist es auch kein Argument für männliche Beschneidung. Außer die lieben Eltern sind zu faul, ihrem Sohn beizubringen, wie er sich sauber hält.

Gravatar: RaenRaen
21.07.2012
17:16
Herr

Ich persönlich habe einen Freund in den USA, der sehr darunter leidet, beschnitten worden zu sein. Ich halte das Argument bezüglich gesundheitlichen Risiken zwar für verständlich aber nicht sinnvoll.
1) Ich bezweifle stark, dass eine Beschneidung vor AIDS schützt. Der einzig wirksame Schutz dagegen ist immernoch ein Kondom.
2) Unter der Vorhaut sammeln sich Keime, ok. Mir wurde schon von klein an beigebracht, mich dort regelmäßig und gründlich zu reinigen. Es ist sinnvoller, wenn Eltern das ihren Kindern beibringen, als sie stattdessen beschneiden zu lassen. Hinter den Ohren sammelt sich auch schnell Schmutz, dennoch werden sie nicht abgeschnitten.
3) Die Innenseite der Vorhaut enthält viele Nervenzellen und ist sehr erogen. Außerdem produziert sie Feuchtigkeit. Beides geht verloren. Außerdem, ist die Eichel ständig entblößt, trocknet sie aus und verliert einiges an Empfindlichkeit. Böse Zungen behaupten, das sei einer der Hauptgründe warum die Beschneidung in den USA eingeführt wurde.

Gravatar: fraufrau
21.07.2012
00:02
es geht auch anders

und wenn die juden doch auf die beschneidung der kinder verzichten würden? wie würden die muslimischen mitbürger/innen reagieren?
„Die deutsche Gesellschaft dreht durch und wir können nicht länger zusehen." sagen die überwiegend türkischen frauen. sie verteilten das grundgesetzbuch. schön. wo sind die in deutschland lebenden türkischen frauen die sich massiv gegen die beschneidung ihrer kinder in der türkei und hier zu lande einsetzen? das würde mächtigen ärger mit den muslimischen herren geben und wäre keine locker vom hocker aktion mit der frau einfach durch ein wenig reden gut aussehen kann oder? und was sagen die staatlich anerkannten sozialpädagogischen fachkräfte dazu? vermutlich nicht viel denn das wohl der kinder zählt nur wenn sie sich nicht anstrengen müssen. erst recht nicht wenn sie ärger mit gewissen herren bekommen können. oh je.... und was den gebärmutterkrebs und ähnliches angeht, welche frau schläft mit einem dreckigen mann? ekelerregend!

Gravatar: MarcieMarcie
20.07.2012
12:52
Das wird lustig.

"Wir machen darum ein Pro & Contra zur Beschneidung von Jungen in der nächsten EMMA." Das halte ich für eine gute Idee, Frau Schwarzer. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Ausführungen, die sicherlich sehr aussagekräftig sein werden, wenn auch vermutlich nicht in Ihrem Sinne.

Gravatar: oramoram
19.07.2012
22:09
keine beschneidung ist menschenrecht

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/beschneidung-bundestag-gr.jpg

Gravatar: Wolfgang KlosterhalfenWolfgang Klosterhalfen
19.07.2012
12:45
Die Schmerzen werden stark unterschätzt

Vor allem wenn - wie meist bei der religiös motivierten Amputation der Vorhaut - ohne Narkose operiert wird, sind die Schmerzen anscheinend enorm. Hier ein Video von der Beschneidung eines Säuglings. http://video.google.com/videoplay?docid=8212662920114237112 Es ist klar zu hören und zu sehen, dass das Kind große Schmerzen hat und nicht aus Langeweile schreit. Und hier noch ein Link zur angeblichen HIV-Prophylaxe: http://evidentist.wordpress.com/2012/07/19/beschneidung-gegen-hiv-des-kaisers-neues-kondom/

Gravatar: Bernhard RascheBernhard Rasche
17.07.2012
20:43
Keine Beschneidung

was hat die Beschneidung von Kindern mit Sexualität zu tun? Beschneidung bei Kindern ist Unrecht und ein Verbrechen, besonders, weil die Argumente identisch sind: Gott hat es uns gesagt. Auch die Vorhaut ist kein unnützer Hautlappen sondern hat eine Funktion. Möge sich bescheiden lassen wer will, aber ab 18 Jahre. Die Verharmlosung der Beschneidung durch offensichtlich interessierte Kreise ist interessant, würde ich bei der weiblichen Beschneidung so argumentieren, oh je.Funktional ist sie gleich, da wird zur höheren Ehre von irgendjemanden die Unverletzlichkeit der Person ignoriert. Diese Unverletzlichkeit gilt es aber zu wahren. Oder nähen wir jemandem der sich nicht wäscht auch die Ohren und den Anus zu?

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
18.07.2012
13:36
Bitte die Bibel respektieren

Nach dem mosaischen Gesetz muß ein jüdischer Knabe am 8. Tag beschnitten werden. Israelische Mediziner bestätigen das als optimalen Zeitpunkt. Frühere Zeit: Gerinnungsstoffe unterentwickelt. Später: Schmerzempfinden ausgeprägter. Kein Mensch hat irgendeine Erinnung an diesen Akt. Komisch: Niemand regt sich auf über Piercing, Ohrstechen, Impfung, Warzen-OP. Der Schmerz ist da nicht geringer. Klitorisbeschneidung dagegen kennt die Bibel nicht.

Gravatar: Gerd DüernerGerd Düerner
17.07.2012
01:11
Unrecht bleibt unrecht

Eine Beschneidung gegen den Willen der Betroffenen bleibt unrecht, eine mögliche Indikation ist kein zwingendes Argument dafür. Gerade von jemandem der sich für Frauenrechte einsetzt hätte ich eigentlich auch mehr verständnis für grundlegende Menschenrechte erwartet. Es geht ja nicht um ein totales Beschneidungsverbot, es geht darum das Beschneidungen ausgesetz werden müssen bis der Betroffene in der Lage ist eine eigene unterichtete Meinung zu diesem Eingriff zu bilden und dann entsprechend seine Zustimmung zu geben oder eben nicht.

Gravatar: LisaLisa
16.07.2012
22:01
Warum müssen Menschen eigentlich immer korrigieren?

Warum denken die Menschen eigentlich immer, dass die Natur korrigiert werden oder gar verbessert werden muss? Das etwas nicht funktioniert solange es nicht irgend wie verändert wird. Der menschliche Körper ist so wie er ist perfekt. Da muss nichts dazu oder weg. Weder für Gott noch aus irgendwelchen anderen Gründen. Alles ist gut wie es ist. Einfach mal die Finger still halten.

Gravatar: meditzmeditz
16.07.2012
19:08
Es sind doch nur Kinder!

Bei Vergewaltigungsopfern sind wir uns einig, dass diese traumatisiert werden. Bei Kriegsveteranen sind wir uns einig, dass diese traumatisiert werden. Bei Opfern von Entführungen und Terror sind wir uns einig, dass sie traumatisiert werden. Bei Opfern von Gewaltverbrechen, Überfällen, Amokläufen,..., ebenfalls. Auch bei Opfern von Unfällen, etwa schweren Verkehrsunfällen. Wir verstehen, dass diese dissozieren, hysterisch werden, Gedächtnislücken haben, sie oft übererregt sind, allgemein ängstlich vermeidend sind, Flashbacks und Albträume haben und insgesamt einen gestörten und eher schwachen Affekt haben und oft depressiv werden. Wenn Kinder festgebunden werden und ihnen ohne Narkose ein Stück von Nervenzellen durchsetzter Haut an einer der sensibelsten Stellen mit einer Schere abgeschnitten wird, MUSS man FOLGERICHTIG davon ausgehen, dass das schwere gesundheitliche Implikationen hat, auch wenn man die Folgen des Traumas (=Posttraumatische Belastungsstörung) meistens nicht erkannt wird.

Gravatar: mrmr
15.07.2012
23:40
...gräuel...

Liebe Fr. Schwarzer-bitte überdenken Sie nochmal Ihre Einstellung zu diesem Thema!Es kann nicht sein, dass ein bewusster, gerechter und sensibler Mensch für die männliche Beschneidung auch nur einen trifftigen Grund findet! Es werden ja Säuglinge bzw. Kinder im zarten Alter von 7 oder 8 Jahren beschnitten. Ob das im Namen von Tradition, WHO, oder weiss der Himmel was geschieht-es bleibt ein schmerzlicher Eingriff, der sicherlich einen tiefen Eindruck in der kindlichen Psyche hinterlässt. Und wenn die WHO das Märchen verbreitet, dass die Gesundheit der Frauen von der verübten oder eben nicht veräubten Gräueltaten an kleinen Jungs abhängt-da frage ich mich, von wem die WHO dafür bezahlt wurde, weil ich nicht glaube, dass in einer so ehrenwerten und für das Wohl der Menschen arbeitenden Organisation nur Deppen sitzen, die einen sich regelmässig waschenden Mann als gafährlicher für die Weltgesundheit einstufen als einen verstümmelten. Fr. Schwarzer-sie scheuen doch nicht klare Worte?

Gravatar: FraukeFrauke
15.07.2012
22:49
Grausame Beschneidung!

Es gibt genügend wissenschaftliche Untersuchungen wie grausam die Beschneidung an Jungen ist. Was mich ärgert in der Angelegenheit ist, dass wieder Frauen patriarchale Männerrechte vertreten und das unter dem Deckmantel der Ausübung der uralten traditionellen und religiösen Riten. Es war auch einmal Tradition das Menstrutationsblut der Frau als das heilige Sakrament zu sehen als die Frauen noch mächtig waren. Eine Theologin wurde als Ketzerin in dieser Demokratie entlassen, weil sie das erforscht hatte. Die Frauen haben bis heute keine Religionsfreiheit ihrer ureigensten Rituale. Wann setzen sich die elitären Frauen endlich für ihre Belange ein anstelle sich mit dem Penis des Mannes zu beschäftigen und dafür einzusetzen! So wird die Emanzipation für beide Geschlechter vernichtet! Die seelische, geistige und körperliche Versklavung bleibt und das bis in die elitären Kreise hinein. Deshalb leiden sogar so viele Millionärinnen! Ein Studium hilft da gar nicht!

Gravatar: Sebastian MEcklenburgSebastian MEcklenburg
14.07.2012
19:51
Kleiner Eingriff?!?

Die Aussage "Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt." ist eine maßlose Verharmlosung. Ich musste mal eine kleinere OP an meinem Penis über mich ergehen lassen (Frenulotomie, weitaus harmloser als eine Beschneidung) und habe danach zwei Wochen gewimmert. Niemals würde ich das irgendjemandem ohne Not zumuten wollen.

Gravatar: mazzamazza
14.07.2012
14:30
verstümmelung, verletzung gestattet im namen der religion

was mich stutzig macht, sind die reaktionen einiger rabbiner, die das gerichtsurteil als einen schweren angriff auf ihr jüdischen leben sehen und sogar den `holocaust` benennen - welche logik, den holocaust heranzuziehen und selbst den körperlichen eingriff an männl. säuglingen, die noch unmündig sind, als legitim zu betrachten.es ist so, dass die rabbiner das beschneidungs-ritual aus religiösen motiven begründen. ein bündnis mit `gott` könnte auch in der symbolik ganz anders aussehen - warum diese blutige zeremonie und das vehemente festhalten daran.ich frage mich, ob die orthodoxen befürworter nicht auch ihre macht im namen der religion missbrauchen. eingriffe in religiöse traditionen werden natürlich von den kirchl. institutionen abgelehnt - aus relig. gründen kann also heute noch der mensch verstümmelt, verletzt werden? wie viel macht hat das `patriarchat` religion? ob dem fiktiven gott das heute noch gefällt?

Gravatar: menschmensch
14.07.2012
00:14
die armen kinder

oh je. es kommt wie befürchtet. die spd und die grünen haben die chance gewittert mehr muslimische stimmen zu ergattern? dafür müssen die kinder mit ihrem blut bezahlen. abartig! und das noch die mit verlaub dummen frauen und männner, eltern die ihren kindern die ohrläppchen stechen lassen. sie sind ebenso abartig und brutal. wozu der mist? finden sie ihre kinder nicht hübsch genug oder können sie es nicht erwarten diese der welt als sexobjekt zur freien verfügung zu stellen? werden die kinder für die kinderschänder dieser welt vorbereit? außerdem, wozu gibt es diese ach so hübschen kinderklamotten nach dem geschmack der erwachsenen? müssten kinder nicht einfach dem wetter entsprechend und darüber hinaus bequeme kleidung tragen? liebe eltern, bitte das gehirn einschalten. es geht um eure kinder.

Gravatar: AntonioAntonio
13.07.2012
20:47
Hygiene?

Frau Schwarzer, für die Hygiene muss mann sich waschen und nicht Beschneiden....

Gravatar: RadfahrerRadfahrer
13.07.2012
18:58
Beschneidung

ich kenne einige Beschnittene : Radfahren ist für die ein rotes Tuch : 1. bereits mit 8 Tagen 2. mit 8 Jahren , nachdem sie schon einige Jahre toll radgefahren sind - dann ist plötzlich Schluss damit

Gravatar: Antonius Theiler geb, 1941Antonius Theiler geb, 1941
13.07.2012
17:21
Beschneidung

Lese 3.Mose 12, 1-5 3.Mose 12,2 Rede zu den Söhnen Israel: Wenn eine Frau empfängt und ein männliches Kind gebiert, so wird sie sieben Tage unrein sein; wie in den Tagen der Unreinheit ihres Unwohlseins wird sie unrein sein. Das sind 40 Tage Unreinheit. Das heißt die Wöchnerin konnte sich nur 40 Tage erholen von der Geburt. 3.Mose 12,5 Und wenn sie ein weibliches Kind gebiert, so wird sie zwei Wochen unrein sein wie bei ihrer Unreinheit. Und 66 Tage soll sie wegen des Blutes der Reinigung daheim bleiben. Das sind 80 Tage Unreinheit. Das heißt die Wöchnerin konnte sich 80 Tage erholen von der Geburt. Der Mann schuftete und sorgte für den Haushalt 80 Tage und hatte keine Ruhe bis ihm die Zunge aus dem Maul hing. Eine Möglichkeit beim Mutterschafts-Schutz eine Menge Kohle zu sparen. (Regt euch auf! )

Gravatar: MartinMartin
13.07.2012
17:10
Köperverletzung belibt Körperverletzung - notfalls vertraue ich auf Karlsruhe

Liebe Frau Schwarzer, nähmen wir mal kurz an, Mädchen einen "Johannes" und es gäbe nur die Beschneidung der Penis-Vorhaut, was würden Sie für ein Geschrei machen, da fiele Ihr Blog garanitert anders aus. Deswegen bin ich sehr enttäuscht, dass Sie überhaupt nur in Erwägung ziehen, dass ein gewaltsamer, irreversibler Eingriff ohne die mögliche Zustimmung des Betroffenen überhaupt in irgendeiner Weise verteidigt werden kann. Ach doch - es sind ja "nur" Jungen. Manchmal muss man da schon so denken. Wie groß wäre das Geschrei, man würde z.B. bei Medizinstudienplätzen, die nach Noten vergeben werden, fordern, dass 40% der Plätze an Jungen ginge, weil nachweislich durch ihr Verhalten schlechtere (Abi-) Noten schreiben. Wäre es umgekehrt, würden Sie darum kämpfen. Ich halte übrigens auch das Stechen von Ohrringen bei kleinen Kindern für Körperveletzung, da auch nicht notwendig... Das kann man alles später machen, wenn der/die betreffende es selbst entscheiden kann.

Gravatar: BB
10.07.2012
21:14
Impfung statt Beschneidung gg. HPV

Da es Impfstoffe für Mädchen und Jungen gibt, wäre eine flächendeckende Impfung viel effektiver und zumindest in USA und Europa wohl auch wesentlich günstiger als eine Beschneidung zum Schutz beider Gechlechter vor gegenseitiger Infektion in hetero- wie homosexuellem Geschlechtsverkehr. Man kann ja argumentieren, dass man die Religionsfreiheit stärker gewichten möchte - gut, das kann man ruhig debattieren. Aber in hygienischer Hinsicht ist eine Beschneidung von Kindern nicht nötig, und besonders solange sie noch Windeln tragen auch eher ein Infektionsrisiko.

Gravatar: Karin HenzKarin Henz
10.07.2012
00:04
Wer sind die Profiteure?

NEIN zur Beschneidung!!!! Die Beschneidung von kleinen Jungs ist in meinen Augen Sadismus. Wer gibt den erwachsenen Männern das Recht, ein Kind absichtlich zu verletzen? Religiöse Gründe? Was ist daran religiös, ein kleines Kind zu quälen und zu gefährden? Und nebenbei macht die tolle Medizin-Industrie einen Riesen-Reibach. Aus dieser Ecke kommt dann auch das Hygiene-Argument. Damit auch weiter der Rubel rollt. Profiteure sind immer Männer ... machtgeil, geldgierig und/oder sadistisch!

Gravatar: ManuelManuel
09.07.2012
22:37
-

Ich bin selbst als Junge beschnitten worden und mich hat niemand danach gefragt. Aus medizinischer Sicht war der Eingriff nicht zwingend, aber meine Mutter hat dies gewollt (Mein Vater ist nicht muslimisch und es gab auch keinen Druck auf meine Mutter ). Grund für Ihre Entscheidung: Es ist bei diesem religiösem Ritus gängig von Bekannten und Verwandten haufenweise Geldgeschenke zu bekommen (damals 2000 DM aufwärts).In ihrer finanziellen Notlage kam eine leichte Entzündung der Vorhaut die - nach Aussage eines Chefarztes- mit Kamille (!) hätte geheilt werden können - ganz recht. Als Ihre Bitte vom Arzt abgewiesen wurde, weil dieser eine Beschneidung als nicht zwingend empfand ging Sie zu einem muslimischen Arzt, der aufgrund seiner eigenen Erziehung und dem Honorar der Krankenkasse (welches er durch nicht korrekte Darstellung der Sachlage bekam)zustimmte. Sicherlich hat die Vorhautentfernung keine so gravierende Folgen wie eine Verstümmlung des weiblichen Organs. Es soll sogar Männer geben die im Erwachsenenalter aus ästhetischen Gründen ihre Haut entfernen lassen. Allerdings tun diese es freiwillig, weil Sie daran Spaß haben wollen. Ich würde meine Vorhaut heute gerne habe und ich empfinde es als äußerst belastend (einige Dinge sind so intim, dass ich sie selbst annonymisiert nicht veröffentlichen möchte). Eine freie Wahl hatte ich nie. In einem haben Sie recht Frau Schwarzer: Schnipp-Schnapp - innerhalb von 15 Minuten ist die Vorhaut ab. Die seelischen Verletzungen und enormen sexuellen Nachteile die dadurch zwar nicht erwachsen müssen aber können - bleiben und zwar ein Leben lang!

Gravatar: Eva SchmidtEva Schmidt
09.07.2012
17:03
Ein Verbot ist absolut unnütz

Dass das Beschnitten sein dem Mann nur Vorteile bringt, vor allem auch wegen der Hygiene, ist ja wohl unbestritten....okay, scheinbar nur bei den Männern, die tatsächlich beschnitten sind und bei den Frauen, die schon Erfahrung mit beschnittenen Männern haben. Der Geschmackssinn ist hier ein guter Indikator: Oralsex mit einem unbeschnittenen Mann? Nur, wenn dieser direkt aus der Dusche kommt.... Und warum darf man diesen kleinen Eingriff an Kindern nicht durchführen? Wegen der körperlichen Unversehrtheit? Weil es medizinisch angeblich keinen Vorteil bringen soll? Das ist auch Blödsinn: Es gibt jede Menge Operation an Kindern, die absolut keinen medizinischen Vorteil bringen und die dennoch durchgeführt werden ohne dass sich ein Mensch aufregt: Das Ohren anlegen: eine ziemlich schmerzhafte OP, die meist durchgeführt wird bevor das Kind eingeschult wird. Bringt medizinisch absolut nichts. Ohren, die abstehen, funktionieren hervorragend. Macht man aber trotzdem. Genauso medizinisch unsinnig: das Durchtrennen des Lippenbändchens. Welcher medizinischer Nachteil entsteht aus einer kleinen Zahnlücke? Keiner. Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, wo in die kindliche Unversehrtheit eingegriffen wird mit bleibenden Resultaten ohne dass sich ein Mensch darüber aufregt. Warum also gerade bei der Beschneidung dieses große Geschrei? Das hat wohl doch mit der Religion zu tun...dieses Urteil trifft schließlich Moslems und Juden gleichermaßen. Da soll man dann keine Xenophobie oder Antisemitismus vermuten? ....Schwierig....den Gedanken wieder weg zu kriegen. Nein, unmöglich. Es ist ganz klar antisemitisch. Sonst hätte es dieses Urteil in dieser Form nicht gegeben. Und welche Konsequenzen hat das Urteil? In Zukunft werden deutsche jüdische Jungs in Antwerpen oder Straßburg geboren werden, wegen der Brit Mila am 8. Tag... Oder bekommen hochschwangere Jüdinnen ein Ausreiseverbot? Und türkische Jungs dürfen bis sie 14 und religionsmündig sind nicht in den Sommerferien in die Türkei?... Es wird mit Sicherheit nicht ein Kind weniger beschnitten. Dieses Urteil diskriminiert. Nichts weiter.

Gravatar: FritzFritz
18.07.2012
21:27
Anmaßende Unverschämtheit

Vor Jahren las ich mal in einem Forum über Beschneidung von Mädchen den Beitrag eines Mannes, der wortreich und detailliert erläuterte, dass das Herausschneiden der Klitoris das Lustempfinden der Frau beim Sex nicht beeinträchtige, sondern verstärke. Ihr Beitrag, wete Eva, kann sich an anmaßender Unverschämtheit durchaus mit dieser dummdreisten Beschönigung einer abscheulichen Barbarei messen. Das letzte, was wir Männer brauchen, ist eine Frau, die uns darüber belehrt, welche Teile männlicher Genitalien entbehrlich sind und welche nicht.

Gravatar: SabrinaSabrina
09.07.2012
16:34
Nicht gelesen?

Frau Schwarzer, grade Sie müssten die UN Kinderrechtskonvention - welche für Kinder jeden Geschlechts gilt - doch kennen, oder?http://www.aufenthaltstitel.de/unkinderrechtskonvention.html#24

Gravatar: MargareteMargarete
09.07.2012
14:47
Beschneidung von Säuglingen gehört verboten!

Ich schließe mich Patrick an. Wenn erwachsene Männer es an Reinlichkeit fehlen lassen, ist doch noch lange kein Grund männliche Säuglinge zu beschneiden. Die männliche Vorhaut hat eine wichtige Schutzfunktion, hält die Eichel feucht und sensibel, beschnittene Männer werden unsensibler, weil die Eichelhaut verhornt. Es gibt auch mikrobiologische Gegenargumente zur erhöhten Infektionsgefahr für die Frauen, siehe: http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung.html Kleiner Eingriff mit großen Folgen. Außerdem bin ich nicht nur eine Frau, sondern auch eine Mutter mit einem Sohn, niemals hätte ich einen Arzt an ihm unnötigerweise herumschnippeln lassen! Die jahrtausendealte Tradition ist ein folgenschwerer Irrtum. Wer sich dennoch aus traditionellen, religiösen oder hygienischen Gründen beschneiden lassen möchte, sollte das bitte als Erwachsener machen lassen.

Gravatar: oramoram
08.07.2012
14:55
vorhaut ist natürlich bei millionen männern

da es keine wirklichen argumente für die männliche beschneidung gibt, wurde das hygiene argument von den befürwortern mitsamt studien eingeführt, da sie mehr und mehr unter druck und argumentations notstand geraten. Und alle menschen sind für hygiene, es ist also das entsprechende "totschlagargument". Doch bakterien und viren unterscheiden nicht zwischen männlichen oder weiblichen körpern und könnten sich genauso gut in der vagina, unter den schamlippen oder klitorishaut verbergen und folgerichtig auch ein risiko für den mann bedeuten oder im umkehrschluss müsste mann auch frauen aus hygienischen gründen beschneiden, was absolut unsinn ist und verboten sein muss. Dasselbe trifft auch auf männerbeschneidung zu. AS schreibt : "Aber sie zeigen sehr selten an. Und auch Gerichte haben oft zu entscheiden, auch über die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie sprechen sehr selten klare oder gar strenge Urteile. Warum also dieses so ganz und gar realitätsferne und überflüssige Urteil zur Beschneidung von Jungen?" Ganz grundsätzlich ist das argument: "da wir eh nicht alles auf einmal ändern können, lassen wir es gleich bleiben" höchstens für den stammtisch aber nicht AS würdig, da sie sonst eine scharfe denkerin ist. Ich empfehle "Der Beschneidungs Skandal" vom Orlanda Verlag wo ab seite 147 sehr richtig gegen die männliche beschneidung geschrieben wird und die unversehrtheit für männer und frauen unterstützt wird, und nur so ist es richtig. AS sie sind ja sonst sehr für seelische/psychische traumen sensibilisiert und das sollten sie auch bei der männlichen beschneidung sein. www.nocirc.org, www.cirp.org.nrc, und viele andere seiten geben ihnen die richtigen infos. und nachdem gebärmutterhalskrebs bei weniger als einem 1/4 prozent von frauen vorkommt, ist auch dieses argument unrichtig. (wobei die pharma branche gerne alle frauen dagegen impfen möchte)

Gravatar: GuenterGuenter
08.07.2012
02:03
Warum die Aufregung?

Hat sich damals jemand aufgeregt, als es in Schweden verboten wurde kleine Jungen zu verstümmeln? "Am 1.10.2001 trat in Schweden ein neues Gesetz in Kraft, das Beschneidungen ohne medizinische Begründung bei Jungen, die älter als 2 Monate sind, generell verbietet. Beschneidungen an jüngeren Babies dürfen nur noch unter Betäubung vorgenommen werden. Schweden ist damit das erste Land der Welt, das rituelle Beschneidungen, die ohne Zustimmung der Betroffenen vorgenommen werden, per Gesetz einschränkt."

Gravatar: LiebineLiebine
07.07.2012
15:32
Ich stimme Fr. Schwarzer absolut zu

Zunächst finde ich es sehr begrüßenswert, dass nun endlich der männliche Penis als Verursacher vieler Geschlechtskrankheiten in den Blickwinkel rückt. Ich kenne etliche Frauen, die sich mit dem HP-Virus infizierten mit jeweils unterschiedlichen Folgen. Doch anstatt die Männer in die Verantwortung zu ziehen, alles mögliche zu tun, um ihre Partnerinnen NICHT anzustecken, wird die Verantwortung mehr oder weniger den Frauen angelastet. Geht regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung – lasst euch impfen – ausschaben – habt keinen ständigen Partnerwechsel - zur Not muss eben die Gebärmutter entfernt werden usw. Und die Männer? Wieso gehen die nicht zur Vorsorgeuntersuchung? Warum lassen sie nicht per Abstrich klären, ob sie Träger der Viren sind? Auch eine Impfung wäre längst überfällig. Und nun liefert die WHO Studien und Ergebnisse darüber, dass die Beschneidung erwiesenermaßen Frauen vor vielen Geschlechtskrankheiten schütze. Ebenso gibt es Belege, dass es auch nicht unerheblich sei, ob die Beschneidung bereits im Kleinkindalter oder erst später durchgeführt wurde. Aber anstatt diese Studien ernst zu nehmen, werden sie negiert. Das steht plötzlich das Wohl des Kindes mehr im Vordergrund als die Gesundheit der Frau. Und dem besten Stück des Mannes etwas zu entfernen kratzt schon sehr am männlichen Potenzgehabe. Ich wäre sogar dafür, dass es in Deutschland eine Trendwende gibt und sich die Beschneidung als kleiner selbstverständlicher Eingriff im Säuglingsalter manifestiert. Wenn ich hier lese, dass dieser Eingriff gar nicht so harmlos sei, wie immer geschildert wird – dann kann ich nur sagen: auch die Eingriffe, die viele Frauen über sich ergehen lassen müssen, weil sie von ihren nicht beschnittenen Partnern mit HV-Viren angesteckt wurden, zu Komplikationen und schlimmstenfalls zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Merkwürdig finde ich allerdings, warum viel Frauen den Penis für schützenswerter halten als ihre eigene Vagina!

Gravatar: redfoxredfox
07.07.2012
00:52
Aus feministischer Perspektive interessant

ist der "Erkenntnissprung", den die Wissenschaft hinsichtlich der Anzahl der in der Vorhaut vorhandenen Nervenzellenin jüngster Zeit gemacht haben will: "Hier stellt sich die Frage nach der biologischen Funktion der Vorhaut. Besetzt mit Millionen Nervenzellen ist sie eine eigenständige erogene Zone." http://m.hpd.de/node/13674 Damit wäre die bisherige Ansicht, dass die Klitoris der empfindlichste Körperteil überhaupt ist (doppelt so viele Nervenzellen wie der Penis insgesamt, war der bisherige Tenor) überholt. It's the foreskin, stupid!!!

Gravatar: AmarettaAmaretta
07.07.2012
00:02
barbarisch

Am dritten Tag nach der Geburt holte eine Schwester den Kleinen zur OP. Den Arzt sah ich nicht. Meine Frage, ob das denn nicht gefährlich sei, und es nicht besser sei zu war­ten bis der Junge größer sei, wenn das denn schon unbedingt nötig sei, wurde ab­ge­würgt mit den knappen Worten “Ist noch nie was passiert, ein kleiner Ein­griff nur”. Ich fragte “Kann ich mitkommen?” Sie antwortete: “Nö, die Muddis fal­len dabei immer um.” Dann war sie mit dem Baby weg. Sie kam mit meinem Sohn zurück. Er schrie. Sie lege ihn mir in den Arm und sagte: “Kuscheln sie ihn ein bisschen, das braucht der jetzt”. Und war weg. Das kleine Wesen schrie- es schrie nicht nur, es schrie so ent­setz­lich, das ich dachte, es stirbt mir gleich, weil es keine Luft mehr bekommt. Mein Baby brüllte sich mit weit geöffnetem Mund die Lunge aus dem Leib. Die win­zi­gen Ärmchen streckte es wild in die Luft, die Fäustchen geballt, sich öffnend und sich wieder ballend bei jedem Schrei, wo Haut zu sehen war sie rot, das ganze Ge­sicht war von die­sem Schmerzgebrüll knallrot und feucht, er zitterte am ganzen Kör­per. Was hatten sie ihm nur getan?!? Ich saß da mit meinem Jungen im Arm, hilflos, be­ru­hi­gend flüsternd und streichelnd, die Tränen liefen mir ohne Pause über das Ge­sicht. Nun- WAS hatten sie getan? – Man muss wissen, bei einem Baby und kleinen Kin­dern ist die Vorhaut noch mit der Eichel verwachsen. Will man da etwas schnei­den, so muss man die Haut von der Eichel runter reißen… da ein Baby selbst­ver­ständ­lich keine Nar­ko­se bekommen kann, wird das ohne Betäubung bei vollem Be­wusst­sein gemacht. Ist es ein Wunder, das mein Junge so schrie, das ich dachte, er kollabiert jeden Moment?!? Und : Man kann gar keine Phimose diagnostizieren, wenn das Or­gan noch so klein und die Häute miteinander verwachsen sind! Das stellt sich später heraus, wenn die Vorhaut sich von der Ei­chel zu lösen beginnt. Ich habe NIE wieder ein Kind SO ENTSETZLICH schreien ge­hört. Ich habe das nie vergessen können, und ich habe, obwohl ich “un­schuldig” bin, im­mer noch ein schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber, das ich das zu­ge­las­sen, meine Zustimmung gegeben habe… Es gab kein Be­ra­tungs­ge­spräch. Es gab keinerlei Informationen, zum Beispiel die schlichte Tatsache, dass das Problem auf sanfte Weise mit Salben und täglichem Behandeln der Vorhaut durch Be­we­gen aus der Welt zu schaffen ist. Es gab keine weiteren Erklärungen, Auf­klä­run­gen.

Gravatar: HelmutHelmut
06.07.2012
02:09
Man sollte sich mal

so eine Beschneidung ansehen, wie z.B. hier: http://www.4eric.org/circumcision-video/ und sich fragen, ob man so etwas einem Kind zumuten sollte.

Gravatar: SusanneSusanne
12.07.2012
14:28
Dagegen!!!!

Ich empfinde Ihre Meinung hier als sehr fragwürdig!! Ich bin absolut FÜR ein Beschneidungsverbot von Kindern. Falls überhaupt, dann sollte der Mann im Erwachsenenalter selbst entscheiden. Ihre Erklärung, der Penis sei verschmutzt, ist ja wohl die absolute Höhe!! Dies ist eine wirklich antiquierte Ansicht! Ich bin wirklich entsetzt über Sie!!

Gravatar: ulricsulrics
22.07.2012
15:29
Keine Gleichberechtigung für Mann und Frau?

Ich finde es unverantwortlich, was hier von ihnen über die Beschneidung verbreitet wird. Egal, ob bei Mann oder Frau, es ist es schwerwiegender Eingriff. Bei Männern kann es zu den unterschiedlichsten Folgen führen. Neben PTBS, quasi Unfruchtbarkeit, und Entzündungen kann es auch Komplikationen geben, wie jene, welche überhaupt erst zu dem Kölner Urteil führten. Die Behauptung, die Ansteckung mit AIDS würde sich Verringern darf bezweifelt werden, denn ist das Risiko nach Beschneidung geringer sinken auch die Hemmschwellen und durch häufigere Kontakte steigt das Risiko auch wieder. Würde in rein anatomischer Analogie die Beschneidung auch bei Frauen durchgeführt werden, würden wohl die inneren Schamlippen nach der Geburt unter Betäubung entfernt. Ich finde es Schade, dass sich viele der Lautesten bei dieser Diskussion, so schlecht mit der Materie auskennen.

Gravatar: PatrickPatrick
05.07.2012
23:08
Thema verfehlt

Liebe Alice, es geht in dem Urteil nicht darum, die männliche Beschneidung zu verbieten; es geht darum, die Beschneidung von Kindern zu verbieten. Und da begrüße ich das Urteil entschiedenst. Niemand will die Beschneidung an sich verbieten. Wenn ein erwachsener Mann sich aus welchen Gründen auch immer beschneiden lassen will, dann kann er das tun. Die Hygiene-Argumente ziehen aus meiner Sicht nicht. Vorteile scheint ein beschnittener Penis nur zu bringen, wenn er zum Penetrieren benutzt wird. Säuglinge haben keinen Geschliechtverkehr, also müssen sie nicht aus hygienischen Gründen beschnitten werden. Ansonsten gibt es keinen praktischen Nutzen, wenn die Vorhaut fehlt. Die Vorhaut ist empfindlich; und ihr Fehlen bedeutet eine Einschränkung der männlichen Sexualität. Und selbst wenn es hygienischer sein sollte, Penetration mit einem beschnittenen Penis durchzuführen: Es gibt sicherlich andere Möglichkeiten, für Hygiene zu sorgen; ohne irreversible körperliche Schäden. In Deutschland werden heutzutage, soweit ich weiß, seltener Mandeln oder Wurmfortsatz entfernt als früher; einfach weil die Medizin Fortschritte gemacht hat und Behandlung durch Amputation nur noch als letztes Mittel in Frage kommt. Und das Fehlen des Wurmfortsatzes fällt dem Betroffenen weniger auf als das Fehlen der Vorhaut, vermute ich mal. Es gibt durch dieses Urteil auch keine Rechtsunsicherheit. Beschneidung von Kindern ist in Deutschland verboten. Punkt. Ich hoffe, dass andere Staaten (insbesondere europäische Nachbarstaaten) nachziehen.

Gravatar: StardustStardust
05.07.2012
22:13
Antworten II

HIV: Genannt wird immer die 60%ige Reduktion des Ansteckungsrisikos. Die absoluten Zahlen aus den Studien klingen jedoch wesentlich weniger beeindruckend: Alle drei Studien zusammengenommen, haben sich von je ca. 5.500 beschnittenen und intakten Männern 64 bzw. 141 innerhalb von 2 Jahren mit HIV angesteckt, das ergibt etwa 1,2 und 2,5 Prozent und damit eine absolute Risikoreduktion von nur 1,3 Prozent. Und das gilt dann auch NUR für Männer bei heterosexuellen Kontakten und WEDER für ihre Partnerinnen (es gibt sogar Hinweise, dass das Risiko für die Frau sich erhöht!) NOCH für homosexuellen Verkehr. Noch dazu wurden alle Studien vorzeitig abgebrochen, was im Verdacht steht, das Ergebnis zu verfälschen. Und auf dieser zweifelhaften Basis, anhand von 77 intakten Männern, die sich infizierten, wird für ganze Bevölkerungen über Jahrzehnte hochgerechnet, wie viele Millionen HIV-Infektionen verhindert werden können und es werden gigantische, sündhaft teure Beschneidungsprogramme aufgelegt in Ländern, in denen es für den Großteil der Menschen an der grundlegendsten medizinischen Versorgung mangelt... Weiterhin sind viele der Phänomene, vor denen Kritiker von Beginn an gewarnt haben, inzwischen real eingetroffen: Statt freiwilliger Beschneidung von Männern diverse Zwangs- und gewaltsame Beschneidungen, z.B. von nicht zustimmungsfähigen und nicht sexuell aktiven Kindern, von "unwilligen" Männern nach wahren Hetzjagden, beim Eintritt in die (höhere) Schule, das Militär oder das Parlament; die Verbreitung des Glaubens, dass beschnittene Männer weder HIV-positiv sein können noch jemanden anderen damit anstecken können und deswegen sowohl wechselnde Partner haben dürfen als auch keine Kondome verwenden und sich schon gar nicht testen lassen müssen; der Vorschlag, auch Frauen zum HIV-Schutz zu beschneiden (weil sie ja auch jede Menge für Viren empfängliche Schleimhäute haben) usw. Leider wird es wohl erst zu einer massiven Verschlimmerung des HIV-Problems in Afrika mit vielen tausenden zusätzlichen Toten kommen müssen, bevor man begreift, was man da angerichtet hat... Wer sich zu diesem Thema im Detail informieren will, dem sei dieser Link ans Herz gelegt: http://www.phimose-info.de/phimose-forum/viewtopic.php?f=2&t=344 Hygiene: Es ist eine Tatsache, dass es technisch schwieriger ist, weibliche Genitalien als männliche Genitalien zu waschen, schon allein aufgrund der "Zugänglichkeit". Noch dazu haben Frauem im Vergleich zu Männern eher mehr als weniger des "bösen" Smegmas. Welche Teile sollte man also Mädchen abtrennen dürfen, um ihre Hygiene zu verbessern oder zu erleichtern?

Gravatar: StardustStardust
05.07.2012
22:12
Antworten I

Angesichts der Ankündigung, dass in der EMMA ein Pro/Contra-Beschneidung erscheinen wird - das hoffentlich sorgfältig und ausgewogen recherchiert wird, das ist nämlich durchaus eine Herausforderung! - hier noch einige Infos und Antworten auf Kommentare: Kommentar von Ernst Wilhelm, 03.07.2012 15:54: "Ein Beweis des Segens ist u.a, dass bei Jüdinnen deutllich seltener Gebärmutterhalskrebs auftritt, als in Gruppen, wo die männliche Beschneidung nicht so verbreitet ist." Die geringeren Raten führen israelische Wissenschaftler allerdings schon seit fast 10 Jahren auf genetische Ursachen, NICHT auf die Beschneidung der Männer zurück. Siehe: Menczer J. The low incidence of cervical cancer in Jewish women: Has the puzzle finally been solved? IMAJ 2003;5:120-3. Kommentar von Ernst Wilhelm, 03.07.2012, 16:34: "Acht Tage alte Buben (s. Judentum) haben noch kein ausgeprägtes Schmerzempfinden." Es ist schon lange erwiesen, dass Neugeborene von Beginn Schmerz empfinden und speziell der Beschneidungsschmerz sogar langanhaltende Effekte auf das Schmerzempfinden z.B. bei Impfungen haben kann. Siehe z.B.: CNN Health, Circumcision study halted due to trauma, 23.12.1997 und Taddio A, Katz J, Ilersich AL, Koren G. Effect of neonatal circumcision on pain response during subsequent routine vaccination. Lancet 1997;349(9052):599-603 "besserer Sex" durch "länger können": Zum einen kann die Verlängerung sowohl vom Mann als auch von der Frau schon wieder als "zu lange" und damit negativ empfunden werden. Zum anderen kann Beschneidung auch vorzeitige Samenergüsse verursachen. Grund: Die Sensitivität des Penis ist verarmt und es gibt weniger Feinsteuerungsmöglichkeiten. Siehe z.B.: Masood S, Patel HRH, Himpson RC, et al. Penile sensitivity and sexual satisfaction after circumcision: Are we informing men correctly? Urol Int 2005;75(1):62-5. und O'Hara K, O'Hara J. The effect of male circumcision on the sexual enjoyment of the female partner. BJU Int 1999;83 Suppl 1:79-84. Komplikationsrisiken: Sind wesentlich höher als meist behauptet. Hier http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/erklaerung-zum-koelner-beschneidungsurteil.html wird aufgelistet, dass dieses Jahr schon zwei Babies in England und Norwegen verblutet sind und ein israelischer Junge seinen Penis verloren hat. "Selten" oder gar "äußerst selten" ist für mich etwas anderes! Was das Infektions- und sonstige Komplikationsrisiko anderer Operationen betrifft: Natürlich ist das in Abhängigkeit vom Ausmaß der OP höher, aber solche OPs werden dann ja auch nur bei echter medizinischer Notwendigkeit durchgeführt.

Gravatar: CurtCurt
05.07.2012
18:04
Beschneidungsdebatte in der Türkei

In der Türkei findet ebenfalls eine Beschneidungsdebatte statt, interessanterweise schon 2005 angestoßen von einer beschneidungskritischen Autorin Nil Gün. Dazu gibt es einen aktuellen Bericht im ZDF auslandsjournal vom 3.7.: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/auslandsjournal/2942600/23286120/e431a2/Der-Schnitt-zur-M%C3%A4nnlichkeit.html

Gravatar: ChristianChristian
11.07.2012
13:52
20 000 Nervenenden

Die männliche Vorhaut enthält etwa 20 000 Nervenenden, die weibliche Klitoris nur etwa 8 000. Die Rolle der Klitoris für das sexuelle Emfinden der Frau ist anerkannt, die der Vorhaut für das männliche Empfinden nicht. Aber Männern ist ja auhc kulturell "untersagt" über sexuelle Gefühle zu kommunizieren. Sozial erwünscht ist die Reduktion des Mannes auf Penetrationsfähigkeit. Ansonsten wird der männliche Mensch als minderwertig betrachtet, als möglichst stumpfes Arbeisttier und bedürfnisloser "Fleischvibrator" für Frauen. DIe Tradition den Mann nur als verstümmelt und deformiert gelten zu lassen ist sehr alt mit schrecklichen Folgen. Denn der genital verstümmelte Mann (immerhin verliert er mit der Verstümmelung mehr lustfördernde Nerven als die klitoral verstümmelte Frau) leidet zwahsläufig Zeit seines Lebens unter Kastrationsangst und des Neides auf die Lustfähigkeit der unbeschnittenen Frau: Hass und Gewalt gegen Frauen haben darin ihre Wurzel. Gerade Knaben die erst mit 4 Jahren genital verstümmelt werden, kennen in diesem alter bewußt die Gefühle der Vorhaut, denn diese ist so empfindsam wie die Lippen und die Fingerkuppen! Zu Abertausenden werden religionsunmündige Knaben im Rahmen rituellen sexuellen Mißbrauchs genital Verstümmelt, und daß in einem angeblich freien Land auf der Grundlage einer menschenverachtenden wirren Ideologie! Welch ein Hass auf alles männliche steht dahinter, wenn von angeblich seriösen Medienschaffenden zur Verstümmelung von Knaben aufgerufen wird! Das ist Sexismus der übelsten Sorte, der mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik nicht in übereinstimmung steht, sondern das darin enthaltende Widerstandsrecht in vollem Umfang und in aller Konsequenz und Härte herausfordert!

Gravatar: PilkowskiPilkowski
05.07.2012
12:42
´Administratorfilter passiert´

...was ist eigentlich mit den in vorauseilender Gesundheitsfürsorge für Frauen beschnittenen Jungen, bei denen sich später heraustellt, dass sie schwul sind und deren Schwanz nie einen Gebärmutterhals berühren wird? Oder mit denen, die später kaum Geschlechtsverkehr haben, weil sie keine Partnerin finden (wollen)...? Btw.: Wie viele Millionen Slipeinlagen/Binden/Tampons werden eigentlich in Europa so am Tag verbraucht? Mit anderen Worten: Wer hat mehr physiologisch/anatomische Gründe auf seine Genitalhygiene zu achten? Und sind physiologisch/anatomische Gegebenheiten eine hinreichende Begründung anatomisch/physiologisch funktionsfähige Körperteile zu entfernen? Ist selbst die Phimose in allen Fällen ein Grund das Praeputium zu entfernen?

Gravatar: Karl MüllerKarl Müller
05.07.2012
11:26
Absurde Diskussion

Es ist garnicht zielführen über Zweckmäßigkeit oder Unsinn von Beschneidung zu philosophieren. Es geht allein um die Frage ob Beschneidung von Kindern den objektiven Tatbestand der Körperverletzung erfüllt! Dann handelt es sich um eine Straftat! Positive Religionsfreiheit ist keine Narrenfreiheit und endet, sobald Dritte dadurch geschädigt werden; als Rechtfertigung für Körperverletzung ist sie untauglich. "Ein bischen KV" gibt es genausowenig wiw ein bischen schwanger, un solche rchtswidrigen Handlungen verstoßen immer gegen Artikel 1 & 2; kaum zu glauben Frau Schwarzer, dass Sie beabsichtigen rechtsstaatliche Prinzipien mit der nachgeordneten Religionsfreiheit aushebeln zu wollen. MfG KM

Gravatar: Monika_WeberMonika_Weber
05.07.2012
07:42
Enttäuschung

Sehr geehrte Frau Schwarzer, bisher glänzen die meisten Artikel in EMMA und auf den entsprechenden Webseiten durch differenzierte Betrachtungsweise, Sachlichkeit und fundiertes Hintergrundwissen. Was ich nun aber von Ihnen zum Thema Beschneidung von Jungen lesen muss, enttäuscht mich sehr. Dadurch, dass Sie Argumente in Ihrem Blog verwenden, die einer einfachen Überprüfung nicht standhalten, entwerten Sie Ihre Stellungnahme selbst. Erstens relativiert niemand die Beschneidung von Mädchen bzw. Frauen, wenn man für eine körperliche Unversehrtheit von Kindern ist und zweitens sind Ihre eingefügten Hinweise auf Untersuchungen und Studien über die positiven Auswirkungen einer Beschneidung von Jungen mit 15 Minuten Internet-Recherche ad absurdum zu führen. Thema Gebärmutterhalskrebs: Ein Blick in einen Wikipedia-Artikel zum Thema Gebärmutterhalskrebs: "Die Häufigkeit (Inzidenz) beim Gebärmutterhalskrebs unterscheidet sich weltweit erheblich. Sie liegt in Finnland bei 3,6 und in Kolumbien bei 45 pro 100.000 Frauen pro Jahr. In Deutschland lag sie 2002 bei 13,3 pro 100.000." Mit einigen weiteren Internet-Recherchen lässt sich diese Aussage recht einfach verifizieren. Beschneidung gegen Peniskrebs: Laut www.rp-online.d erkranken ca. 600 Männer in Deutschland an Peniskrebs. Mit auf diesen Zahlen basierenden Argument frage ich nun, welche Körperbestandteile man bei Neugeborenen operativ noch entfernen sollte, um das Auftreten von Krebs an diesen Teilen zu verhindern. Ohrmuscheln beschneiden, weil daran z.B. bei 800 Personen Krebs auftritt? Die WHO-Studie zur AIDS-Ansteckung strotzt nur so von methodischen Fehlern und wurde abgebrochen, nachdem man das veröffentlichte Ergebnis bekam. Ich will hier auf Ihre zitierten "Erkenntnisse" nicht mehr eingehen, da sie mittlerweile alle zerlegt wurden. Argumente werden nicht richtiger, wenn sie von allen Medien unreflektiert verwendet werden. Tatsache ist doch, dass dieses "traditionelle" Ritual einerseits als Männlichkeitsritus verwendet wird und andereseits auch dazu dient, Masturbation zu verhindern bzw. zu erschweren. Dass Religionsgemeinschaften grundsätzlich Interesse haben, ihre späteren Anhänger so früh wie möglich zu rekrutieren, ist doch wohl allen klar.

Gravatar: PeterPeter
05.07.2012
00:45
Nachvollziehbar

Wie ich annehme, geht die Zahl der Aids-Toten im südlichen Afrika umgehend gegen Null, wenn in Deutschland vierjährige Kinder beschnitten werden. Man kann auch klüger argumentieren.

Gravatar: StardustStardust
04.07.2012
22:48
Auch ein Frauenthema

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass es bei Jungenbeschneidung nur um die Rechte der Männer geht und Frauen / Frauenrechtlerinnen / Feministinnen sich von diesem Thema getrost abwenden oder sich im Geschlechterkampf-Wahn womöglich auf die Position zurückziehen können, dass es doch eigentlich ganz nett ist, wenn zur Abwechslung auch einmal die Männer leiden müssen bzw. kleine, unschuldige Jungen sozusagen präemptiv für all das bestraft werden, was sie Frauen einmal antun werden (oder auch nicht). Jungenbeschneidung IST auch ein Frauenthema, denn - sie macht "richtige Männer" und damit Machos - sie zementiert in vielerlei Beziehung die alterhergebrachten Geschlechterrollen und Machtstrukturen - sie verletzt Mütter in ihren ureigensten Instinkten und entmachtet sie damit - sie zerstört die naturgegebene Optimierung der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane füreinander und bringt damit Disharmonie in die Sexualität - propagiert als äußerst zweifelhafter Schutz gegen Geschlechtskrankheiten, insbesondere HIV in Afrika, verschlechtert sie die Position von Frauen, echten Schutz durch Kondome für sich einzufordern und zieht kostbare Finanzmittel von Projekten ab, die den Schwachen der Gesellschaft wirklich helfen würden - ihre Akzeptanz unterminiert den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung, insbesondere der milderen Formen, denen man eben KEINEN höheren Verstümmelungsgrad als der Jungenbeschneidung attestieren kann - was Kindern angetan wird, tun sie später der Gesellschaft an Die weltweite Bewegung wird auch keineswegs nur von Männern getragen, die für ihre eigenen Rechte kämpfen. Nein, auch zahlreiche Frauen insbesondere in den USA sprechen sich für die körperliche Unversehrtheit von Jungen aus - manchmal sogar im Angesicht von selbst erlittener Genitalverstümmelung und persönlichen Risiken von Jobverlust bis hin zu Morddrohungen. Natürlich nicht aus egoistischen Gründen, sondern weil es das ist, was wahrhaftige Menschlichkeit und Humanismus gebieten. Marilyn Milos, Georgeanne Chapin, Rosemary Romberg, Patricia Robinett, Ayaan Hirsi Ali, Henny Lightfoot-Klein, Betty Katz Sperlich, Mary Conant, Lisa Braver Moss, Rebecca Wald, Miriam Pollack, Gillian Longley, Gloria Lemay, Comfort Momoh. Vielleicht wäre es ja eine interessante Erfahrung für Alice Schwarzer, außerhalb des praktisch-simplen Schwarz-Weiß-Weltbildes, in dem hier die Frauen und dort die Männer sind und es weder gemeinsame Interessen noch wechselseitige Unterstützung gibt, diese starken und mutigen Frauen zu recherchieren und über sie und ihre Motivation zu berichten?

Gravatar: Rolf StöckelRolf Stöckel
04.07.2012
19:14
Kinderrechte, medizinisches Wissen, Vorurteile

Die Akademie der US-Kinderärzte (American Academy of Pediatrics)hat in einer Erklärung hat in seiner Grundsatzerklärung zur Zirkumzision vom 1. März 1999 alle diesbezüglichen Vorurteile, Mythen und intereesengeleitete Studien widerlegt (http://www.beschneidung-von-jungen.de/?id=334), deutsche Kinderärzte, Urologen und Medizinjuristen haben bereits 2008 im Deutschen Ärzteblatt das Kölner Urteil vorweggenommen etc. Ich bin fassungslos, dass Art. 2 Grundgesetz nicht für Kinder gelten soll, deren Eltern einer bestimmten Religionsgemeinschaft angehören. Artikel 24 der UN-Kinderrechtekonvention verpflichten die Vertragsstaaten "alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen zu treffen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen." Was spricht angesichts dieser Argumente für eine Zwangs-Beschneidung von religionsunmündigen Kindern? Soll doch jeder erwachsene Mensch tun oder lassen was er will - ich werde für das Recht auf freie Religionsausübung mein Leben einsetzen - aber nicht für Macht und politischen Einfluss von Religionsverbänden, die ihre von Menschen formulierten "göttlichen Gebote" über Grundrechte und demokratisch verfasste Gesetze stellen. Auch nicht aus bündnistaktischen, diplomatischen Gründen - die einen substanziellen interkulturellen Dialog im Grunde verhindern wollen.

Gravatar: RhianonnRhianonn
04.07.2012
14:14
Nur weil eine Tradition seit Tausenden von Jahren praktiziert wird, muss das ja nicht heißen das sie gut und richtig ist!

Zumindest gilt das für den Tierschutz in Deutschland. Da sind sich alle einig und keiner schreit dass die Religionsfreiheit über dem Schutz und Wohl der Tiere zu stehen habe. Da ist es bei uns in Deutschland ganz selbstverständlich, dass zuerst der Tierschutz kommt, noch vor der Religion. So ist z.B. das Schächten, also das rituelle Schlachten von koscheren Tieren ohne vorgängige Betäubung, in Deutschland verboten. Obwohl es im Judentum und im Islam seit tausenden von Jahren Tradition ist. Und siehe da - weder das Judentum noch der Islam sind seit dem Verbot vom betäubungsfreien Schächten in Deutschland zugrunde gegangen. Aber wenn es um den Schutz von Kindern geht, werden seltsamerweise andere Maßstäbe angelegt als beim Tierschutz. Da schreibt dann sogar Alice Schwarzer, dass die Tradition und Religion noch vor dem Kindeswohl zu stehen haben. Übrigens habe ich mehrere Jahre auf einer urologischen Belegarztstation als Krankenschwester gearbeitet und habe dort unzählige „Phimosen-OPs“ gesehen. Komplikationen sind zwar selten, aber es gibt sie! Von den Spätfolgen einmal ganz abgesehen. Und eine Vorhautentfernung alleine ersetzt doch in keinem Fall ein ausreichende Intimhygiene.

Gravatar: Beschnittener MannBeschnittener Mann
04.07.2012
14:11
Mein Bauch gehört mir...

war ein feministischer Slogan. Und Ihnen, geehrte Frau Schwarzer, sei gesagt, dass *mein* Penis *mir* gehört. Der Motor Ihres Handelns, so sagen Sie, ist Gerechtigkeit. Dank Ihnen können Frauen heute ein selbstbestimmtes Leben führen. Ich wäre Ihnen deswegen sehr dankbar, wenn Sie diese Selbstbestimmung auch Männern zugestehen. An die Empfehlungen der WHO kann man sich auch noch freiwillig halten, wenn man erwachsen ist.

Gravatar: Franz XaverFranz Xaver
04.07.2012
10:59
Unwahre Argumente

Ein wenig Recherche lässt die angeblichen "Argumente" der Beschneidungs-Befürworter zerbröckeln. Schon ein einfacher Blick in Wikipedia zeigt, dass die Geschichten mit Gebärmutterhalskrebs und HIV keinesfalls Fakt sondern höchst umstritten sind. Dafür sind eine Menge Komplikationen bekannt - bis hin zur vollständigen Zerstörung des Penis, wie es übrigens auch im traurigen Fall Bruce Reimer war, für dessen Lob sich Frau Schwarzer bis heute nicht entschuldigt hat. So wurde auch bei über der Hälfte von später beschnittenen Jungen eine posttraumatischen Belastungsstörung festgestellt, bei rituellen Beschneidungen sogar bei 69%.
Zur "Gesundheitsdebatte": es ist auch erwiesen, dass man durch Ohrenamputation effektiv gegen Ohrenkrebs vorbeugen kann - aber niemand wäre irre genug, so etwas zu fordern oder zu fördern. Amputation der weiblichen Schamlippen führt sicher auch zu "besserer Hygiene", wenn es weniger Falten gibt, wo sich Keime sammeln können und die frau beim Waschen berücksichtigen muss - aber wer wäre verrückt genug, so etwas gutzuheißen? Um aber mit diesen ganzen Scheinargumente auf einmal aufzuräumen: selbst wenn es einen Vorteil der Beschneidung gäbe, so ändert das nichts daran, dass derartige Körperverletzung an wehrlosen Kindern höchst verachtenswert ist. Wenn sich ein Mann später dazu entscheidet, in Ordnung aber derartige Praktiken an wehrlosen Kindern gutzuheißen ist unmenschlich - und in Zusammenhang mit der gleichzeitigen, berechtigten Kritik an weiblicher Beschneidung - die ebenfalls in vielen Spielarten vorkommt, von denen viele vergleichbar "wenig schlimm" wie männliche Beschneidung ist, doppelzüngig und heuchlerisch.

Gravatar: AventinAventin
04.07.2012
06:01
Sehr kleiner Aingriff?

Bitte erst informieren und dann schreiben. http://www.pflegewiki.de/wiki/Komplikationen_der_Beschneidung Lesenswert, mit sehr "schönen" Bildern.

Gravatar: beatrxbeatrx
04.07.2012
01:43
Misshandelte Kinder sollen verantwortungsvolle Erwachsene werden?

Kaum zu glauben, wie Frau Schwarzer über Kindesmisshandlung und Körperverletzung hinweg sehen kann. Hygiene: schon mal an Aufklärung und waschen gedacht? Als Info: http://www.taz.de/Religioese-Riten-in-der-Praxis/!96617/. Zu Misshandlung und früh sexualisierten Kindern wurde hier schon viel Gutes geschrieben. Frieden an der Geschlechterfront wird es wohl erst geben, wenn Jungen und Mädels gewaltfrei und fürsorglich zu selbstbestimmten Menschen heranwachsen können. Damit sie selbstbestimmt, gut informiert und verantwortungsvoll sexuelle Beziehung leben können. Mit ihrer Ansicht hat Frau Schwarzer sich in-was-auch- immer verrannt und tut damit auch dem Feminismus nichts Gutes. Die Ansteckung von Frauen mit den Viren sind ein großes Problem, das man jedoch nicht dadurch löst, dass man an kleinen Jungen herumschnippelt. Sexuell traumatisierte Leute sind halt nicht so gut in verantwortungsvollem selbstbestimmtem Sex, wie auch Frau Schwarzer anderswo -zu Recht- sagte und schrieb.

Gravatar: broken dreambroken dream
03.07.2012
23:08
Harmloser Eingriff?

Bei der Beschneidung werden mitunter 50% der Penisoberfläche entfernt. Das ist doch einges an empfindungsfähiger Haut was den Jungen genommen wird. Was den Schmerzreiz bei Neugeborenen angeht sei noch folgendes gesagt: Die Atmung eines Kindes wird heute noch durch einen Klaps auf den Po angeregt. Einen Schmerzreiz! Und da will jemand erzählen das an einem praktisch von Nervenenden durchzogenen Organ bei einen Neugeborenen keine schmerzen entstehen? Ich glaube nicht!

Gravatar: BeschneidungskritikerINBeschneidungskritikerIN
03.07.2012
21:27
In diesem Moment...

... bin ich beschämt, demselben Geschlecht anzugehören.

Gravatar: MonaMona
03.07.2012
20:49
unnötige Prozedur

Mich hat dieser Artikel wirklich negativ überrascht. Ich finde es unverantwortlich eine Beschneidung durchzuführen, wenn kein medizinischer Grund vorliegt. Besonders in unseren Gefilden. Da reicht es, seinem Sohn eine gründliche Intimhygiene beizubringen und im passenden Alter auch deutlich zu machen, welche gesundheitlichen Folgen eine mangelnde Intimhygiene haben kann. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei einer Beschneidung um einen Eingriff im Intimbereich des Kindes handelt. Ich weiß, wie beängstigend und demütigend es sein kann, wenn man als Kind von Erwachsenen im Intimbereich angeschaut, angefasst und behandelt wird. Selbst wenn man weiß, warum das gemacht wird. Und natürlich macht es keinen Unterschied, ob so eine Prozedur 15 oder 50 Minuten dauert.

Gravatar: BB
03.07.2012
18:57
Fließendes Wasser und Kondome

Schon ein bisschen seltsam, wie verkürzt hier geschrieben wird "Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis." "Gesundheitsorganisationen wie die WHO begrüßen das, weil sie unter dieser Vorhaut leicht Schmutz und Viren sammeln, die bei Männern wie Frauen (beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr) zu Krankheit führen können." Ich nehme an, da ist ein Tippfehler... (Die Gesundheitsorganisationen sind hier nicht die Sammlerinnen...) Der "Schmutz" ist nichts anderes als Sekretrückstand, der sich zwischen Hautfalten bilden kann - ist ja nicht so, als würden Männer sich mit zurückgezogener Vorhaut nackt auf dem Waldboden wälzen. Auch bei Frauen können sich in Hautfalten Secretrückstände bilden - aber Frauen (weil "von Natur aus reinlich"!?) wird zugetraut, sich zu waschen. Wo es fließendes Wasser gibt, ist die Beschneidung nicht hygienisch nötig. Und Kondome schützen beide Seiten besser vor gegenseitiger Infektion. FGM ist natürlich viel invasiver als männliche Beschneidung - aber wie stünde denn Frau Schwarzer zu einer tatsächlich equivalenten Operation an jungen Mädchen, der Klitorisvorhautreduktion?

Gravatar: BobBob
03.07.2012
16:57
Kindgerechte Aufnahmezeremonie ist erforderlich!

Hübsch, was man als alter Mann und Nichtfeminist so alles aus modernen männl. und weibl.geführten Federn lesen muß. NIEMAND schreibt von einem HERBEIZUFÜHRENDEM kindgerechten Aufnahmeritus (Beschneidung d. Jungs ist Aufnahmeritus in d. Religionsgemeinschaft)! Der Witz ist: Es gibt diesen kindgerechten Aufnahmeritus, sanft, gewaltfrei, ohne blutiges Spektakel mit (wenn auch kindlichen) Geschlechtsteilen bei beiden Religionen. Wo? Bei den kleinen Mädchen, herrjeh. Das läuft wie ein Kindergeburtstag. WARUM soll das denn für Jungs weiterhin anders sein, brutaler, härter? Weil etwa für Jungs ein "höherer Eintrittspreis" bezahlt werden muß, weil die kleinen Mädchen weniger und die Jungs mehr wert sind und deshalb ein uralter ,schwül angehauchter Kriegerkultus mit Blutfluß angewandt werden muß an dem kleinen Bengel -während bei den Mädels "weibisch weich" auch eine Art Kindergeburtstagsfeier reicht als Aufnahmeritus? Äh-liebe Feministinnen: Wir leben im 21. Jahrhundert und haben u.a. auch Gleichberechtigung, die auch für Kinder gilt. Weshalb soll man es weiter dulden, dass Jungs schlechter (also brutaler, auch wenn es aus dem uralten Kult heraus eine vermeintlich Höherwertigkeit der Jungs bedeutet, härter angefasst zu werden als künftige Krieger an ihrem Penis - so der alte Kult.) gestellt werden ? Warum werden die kleinen Jungs nicht genauso sanft und gewaltlos in ihren Islam oder in ihr Judentum aufgenommen wie die Mädchen??? DAS ist zu fragen!(Nicht ob die Kleinkinder HIV,Papillomaviren oder schlicht Dreck mit sich herumschleppen oder "guten" Sex haben-derlei ,die Argumente der Befürworter sind gespickt damit,fallen wegen der Abwesenheit der Kinder dabei auf die Argumentierenden zurück. Mene mene Tekel!) Also: Mädels und Jungs mit gewaltloser Zeremonie aufnehmen, die es für Mädchen gibt. Den Religionsgemeinschaften muß nur zugemutet werden, die Jungs genau wie Mädchen zu behandeln. Gelle!!! Dabei wird niemandes Kultur und Religionsrecht und Erziehungsrecht beschnitten. Und über Vorhäute können sich die ,die das gerne möchten ,ja mit den Jungs unterhalten, wenn die beschränkt geschäftsfähig sind mit 14, und nachmittags auf der Straße "einen auf dicke Hose machen"! Okay ,Frau Schwarzer- liebe Schwestern. Ein alter Mann

Gravatar: OliverSOliverS
04.07.2012
00:32
Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Oh je, da haben sie aber wieder etwas ganz böses gemacht, "alter Mann". Kleine Mädchen mit kleinen Jungen zu vergleichen ist pfui. Es ist doch politisch korrekt, "die" Beschneidung von Mädchen zu verteufeln und nichts gegen derartige Rituale bei Jungen zu unternehmen. Junegn müssen das abkönnen, Indianer kennen keinen Schmerz. Doch nun aber zurück zur Frage, was eigentlich Frauen- bzw. Mädchenbeschneidung ist. Diese Frage ist nämlich garnicht so leicht zu beantworten. Das reicht von den (eher seltenen) Exzessen wie dem kompletten Zunähen, dem Abschneiden der Schamlippen, dem Herustrennen der Klitoris bis zu eher harmlosen Spielarten, etwa dem bloßen einritzen der Haut (etwa in Indonesien) oder gar dem Entfernen der Klitorisvorhaut. Das kommt im Vergleich zu den extremen Varianten deutlich häufiger vor und entspricht in Durchführung und Ergebnis etwa dem, was bei kleinen Jungen in diesen Ländern gemacht wird. Auch kleine Jungen werden in Afrika und Asien mit rostigen Rasierklingen traktiert, geritzt und verstümmelt. Mädchenbeschneidung gibt es im Übrigen auch nur dort, wo auch Jungen beschnitten werden. Es ergibt keinen Sinn, sich nur der Spitze des Eisbergs anzunehmen und die viel häufigere Verstümmelung der Jungen geflissentlich zu ignorieren. Ach ja, die USA. Da sind ja angeblich 70% der Jungen beschnitten. Gut, nach neueren Zahlen sind es eher nur rd. 30% und es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Aber: Auch in den USA gab es noch bis vor etwa 50 bis 60 Jahren die Beschneidung von Mädchen und zwar mit der gleichen Begründung wie es dort die Beschneidung von Jungen gab. Gesundheit, Sauberkeit, Hygiene. Gemeint ist dabei alelrdigns die "sittliche" Hygiene. Oder etwas salopper formuliert: Man dachte einfach, beschnittene Kinder befriedigen sich weniger selbst. So und jetzt erklären SIe mir mal,m Frau Schwarzer, wo denn nun das Problem für muslimische Jungen sein soll, auf die angeblich so heiß ersehnte Beschneidung so lange zu warten, bis sie alt genug sind, selbst darüber zu entscheiden. Na? Also ich sehe da kein Problem, es sei denn man redet sich selbst eins ein.

Gravatar: AnnegretAnnegret
03.07.2012
16:25
WHO?

Guten Tag Frau Schwarzer, Ihre auffällig zahlreiche Erwähnung des WHO hat mich stutzig gemacht. Können Sie mir Ihre Quelle nennen? Ich finde vom WHO nur jahrelang zurückliegende Empfehlungen an erwachsene Männer, über eine Beschneidung nachzudenken - in Ländern wo die Hygiene nicht so gut möglich ist. Eine Empfehlung in D kleine Kinder zu beschneiden, finde ich nicht. Übrigens geht es nicht nur um einen Hautfetzen. Ich las mal, dass die Vorhaut beim Mann der sensiebelste Teil des Penis ist. Gut, bei Kindern im Wachstum noch nicht. Aber deshalb diesen Teil dem späteren erwachsenem nehmen? Dafür sehe ich in Deutschland keinen Grund. Warum diese Diskussion entstanden ist, sehe ich als zweitrangig. Wichtig ist, das sie entstanden ist. Denn sie ist mehr als überfällig. Das Beschneidung bei Mädchen oftmals schlimmer ist, wissen wir wohl alle. Aber das ist kein Argument dafür, die Beschneidung bei Jungs nicht schlimm zu finden. Denn ab wo ist die Grenze, wo es zur Körperverletzung wird? Ich denke das Wort sagt es selbst. Dort wo der Körper verletzt wird.

Gravatar: SebastianSebastian
03.07.2012
15:55
Propaganda

Frau Schwarzer: Was denken sie sich: Wissen sie nicht, dass die Ausrede mit der Hygiene längst widerlegt ist. Und klar: Beschneidung hilft gegen Aids. Wer sowas erzählt gehört eigentlich eingesperrt. Und das Frauen zuerst die Männer mit ihrer verunreinigten Vagina anstecken wegen mangelnder Hygiene? Dieser Männer stecken dann natürlich wieder Frauen an sofern heterosexuell. Vor allem sind mangelnde Hygiene und ständig wechselne Sexualpartner dafür verantwortlich. Selbst wenn es so wäre. Wieso soll ich mich für das Wohlergehen von Frauen verstümmeln lassen? Ausserdem vergleichen sie die krasseste weiblche Beschneidung mit der harmlosensten Männlichen. Aber nicht alle Frauen die beschnitten sind wurde die klitoris abgeschnitten und nicht bei allen Jungen wurde "nur" die Vorhaut verletzt. Ausserdem wissen sie als Frau überhaupt nicht was das für Auswirkungen hat die nicht reversibel sind. Was sie von sich geben ist üble männerfeindliche sexistische und Propaganda und ich lass mir als Mann den Mist auch nicht mehr länger gefallen ohne was dazu zu sagen.

Gravatar: PiffyPiffy
03.07.2012
14:47
Gewalt gegen Kinder und Frauen

"Krankenhäuser bekommen viel zu sehen, auch die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie zeigen sehr selten an. " Was hat das mit der Beschneidung von Jungen zu tun? Wo doch der Satz noch sehr irreführend ist. 2/3 der Gewaltopfer sind Männer. Auch bei häuslicher Gewalt sind 50% der Opfer Männer und 50 % der Täter Frauen. Und in den Fällen wird erst recht nicht angezeigt. Oder will Frau Schwarzer damit sagen, aus allen Jungen sowieso Frauen schlagende Täter werden, und sich wegen der Beschneidung nicht anstellen nicht so anstellen sollen?

Gravatar: Philipp SchmagoldPhilipp Schmagold
03.07.2012
14:18
Keine Beschneidung aus Gründen der Religion und Tradition

Antrag zur Bundesdelegiertenkonferenz der Partei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in Hannover vom 16. bis 18.11.2012 Keine Beschneidung von Jungen aus Gründen der Religion und Tradition Die Beschneidung von Jungen aus Gründen der Religion oder Tradition ist auch in Deutschland üblich und wurde bisher weitgehend stillschweigend hingenommen. Ein Urteil des Landgerichts Köln vom 7.Mai 2012 stellt nun aber fest, dass „dem Recht der Eltern auf religiöse Kindererziehung in Abwägung zum Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung kein Vorrang zukomme“. Die Bundesdelegiertenkonferenz möge beschließen: 1. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN lehnen die Beschneidung von Jungen aus Gründen der Religion oder Tradition eindeutig und mit allem Nachdruck ab. Solche Eingriffe sind nur dann durchzuführen, wenn sie medizinisch notwendig sind. 2. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stehen auf Seiten der Kinder, deren Rechte auch in der Auseinandersetzung mit Religion und Tradition weiter gestärkt werden müssen. Die körperliche Unversehrtheit der Kinder ist das elementare Recht, hinter dem die religiösen oder traditionellen Vorstellungen der Eltern oder Erziehungsberechtigten zurückstehen müssen. 3. Egal ob es ein Säugling oder ein Achtjähriger ist, der Junge wird weder gefragt, noch kann er sich wirksam wehren. Der Betroffene sollte sich aber –entgegen der bisher üblichen religiösen Vorschriften und Traditionen- gerade frei entscheiden können, ob er die Beschneidung möchte oder eben nicht. Alternative A Die Entscheidung des Jungen darf keinesfalls vor Vollendung des 14. Lebensjahres erfolgen, um ihm ausreichend Gelegenheit zu geben, das Für und Wider individuell abzuwägen. Alternative B Die Entscheidung des Jungen darf keinesfalls vor Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgen, um ihm ausreichend Gelegenheit zu geben, das Für und Wider individuell abzuwägen. 4. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN sind sich darüber im Klaren, dass sich die Beschneidung von Jungen aus Gründen der Religion und Tradition nicht von heute auf morgen durch eine Änderung des Strafrechtes in Deutschland aufheben lässt. Vielmehr besteht sogar das Risiko, dass die zukünftig noch durchgeführten Beschneidungen von in medizinischen Belangen unerfahrenen Personen durchgeführt werden, wodurch die Kinder in zusätzliche Gefahr geraten. 5. Daher setzen sich BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN dafür ein, dass die Durchführung der Beschneidung durch Ärztinnen, Ärzte usw. straffrei bleibt. Die Beauftragung der Beschneidung, die in der Regel durch die Erziehungsberechtigten erfolgt, sollte durchaus strafrechtlich relevant sein, jedoch ausschließlich mit einer Geldstrafe geahndet werden. Den Kindern nutzen die Eltern im Gefängnis wenig. 6. Die Religionsfreiheit der einen endet dort, wo Grundrechte anderer beeinträchtigt werden, sei es das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, auf Freizügigkeit, auf Bildung, auf sexuelle Selbstbestimmung, Gleichberechtigung usw. 7. Zudem werden wir mit den Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit dafür werben, dass unsere Mitbürger_innen von selber auf Beschneidungen bei Jungen verzichten, welche noch nicht alt genug sind, um das Für und Wider individuell abzuwägen. In jedem Fall muss die Entscheidung des Kindes akzeptiert werden, ob es beschnitten werden möchte oder eben nicht. Begründung Die Begründung fällt an dieser Stelle bewusst kurz aus, erwähnt sei aber der § 24 (3) des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention): „Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“ Unterstützer_innen des Antrages Philipp Schmagold, KV Kiel Franziska Briest, KV Berlin Mitte Alex Maier, KV Göppingen Valérie Vivienne Nitsche, KV Euskirchen Stephan Hofacker, KV Coesfeld Astrid Galik, KV Wunsiedel Stefan Volpert, KV Heinsberg Tobias Stricker, KV Aachen Michael Rüpp, KV Soest Christian Wagner, KV Mainz Jürgen Holwein, KV Freiburg Alexander Schestag, KV Heidelberg Reinhard Schulze Wartenhorst, KV Münster Du? Dann schreib bitte eine kurze Nachricht hier im Forum.

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
16:00
Bin irritiert: Verbot nur für Jungen beantragt?

@ Herr Schmagold: Gab/gibt es bei den GRÜNEN einen vergleichbaren Antrag in Bezug auf Frauen u. Mädchen? Warum bezog sich der Antrag nur auf Jungs`?

Gravatar: JeremiasJeremias
16.07.2012
19:17
Grüne - Keine Beschneidung

Herr Schmagold, das sollten Sie sich aber beeilen. Gerade die Bundestagsfraktion der Grünen unter der Führung von Frau Claudia Roth und Frau Künast will ein Sondergesetz bezüglich der Beschneidung aus religiösen Gründen in den Bundestag einbringen. Oder ist ihre Initiative nur eine Beschwichtigung um unter dessen Deckmantel das Gesetz wirksam machen zu können?

Gravatar: Martin BarmbekMartin Barmbek
03.07.2012
13:07
Herr

Es wird doch nur beim Mann(bzw. Jungen) rumgeschnippelt. Das ist ja vielleicht für eine Feministin nicht ganz so tragisch. Zu der unsäglich Hygiene-Diskussion folgenden nicht ganz ernsten Link: http://www.humanist-news.com/darf-ich-meinem-kind-die-ohren-abschneiden/ Er geht aber in die richtige Richtung....

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
11:38
männliche u. weibliche Beschneidung nicht vergleichbar

Genitalverstümmelung bei Frauen hat weder religiöse noch hygienische Gründe, sondern beruht auf Aberglauben. Beschneidung bei Jungs/Männern ist außerdem medizinisch was ganz Anderes. Vergleiche verbieten sich hier. Was das Judentum betrifft: Buben, die (gem. mosaischem Gesetz) am 8. Tag beschnitten werden, haben kaum ein Schmerzempfinden, weil die Nervenenden da noch nicht voll ausgebildet sind. Wenn man das als Körperversehrung ansieht, dann sind Ohrläppchenstechen, Entfernen von Muttermalen oder Warzen es erst recht. Anders ausgedrückt: Wer die Zunahme von Gebärmutterhalskrebs riskieren will, muß die männliche Beschneidung verbieten. Darüber sollten die Kritiker/innen der männlichen Beschneidung bitte mal nachdenken. Zu den Risiken einer Penisverletzung: Ist äußerst selten. So ist z.B. das Risiko von Infektionen bei Operationen um ein Vielfaches größer.

Gravatar: PetrilloPetrillo
17.07.2012
17:44
Geschlecht

WErnst Wilhelm", würden Sie sich bitte nicht hinter dem anderen Geschlecht verstecken? Ihre infame Argumentation in diesem Blog kann nicht von einem Mann kommen sondern nur von einer schlecht informierten, unempathischen und männerverachtenden Frau. Danke.

Gravatar: haha!!haha!!
03.07.2012
09:27
KEIN unbedeutender Eingriff

@maza: Ein weiteres Argument, mit denen Männern die Beschneidung schmackhaft gemacht wird, ist der dass sie dann länger den Orgasmus zurückhalten könnten. Nach dem Motto: Männer, freut euch über eure Beschneidung im Kindesalter, dann fühlt ihr später mehr und könnte außerdem die Frauen besser beglücken! Was für ein Schwachsinn... Ich kenne mehrere beschnitte Männer, und keiner von Ihnen bezeichnet den Eingriff als harmlos und unbedeutend, jeder kann sich ganz genau daran erinnern und hat die Prozedur als schmerzhaft, peinlich und z.T. entwürdigend in Erinnerung, auch wenn es aus medizinischer Sicht geschah und ihnen die Notwendigkeit des Eingriffs erklärt worden war. Auch ein muslimischer Freund bezeichnete mal einen beschnitten Penis als "unnatürlich" und wäre froh, wenn er noch seine Vorhaut hätte. Also, lasst bitte MÄNNER selbst entscheiden, ob sie sich dem (aus religiöser, kulturelle oder hygienischen Gründen )unterziehen wollen!

Gravatar: mazzamazza
03.07.2012
12:48
die vorhaut ein schutz oder nutzlos?

ja, ich empfinde das auch so - die vorhaut hat sicherlich eine schutz-funktion , so wie die achselhaare, die schamhaare auch eine funktion haben - wie die auswirkungen auf das sexualleben sind, wird wohl unterschiedlich beurteilt. bei vorzeitigem spermien-erguß kann die beschneidung hilfreich sein? (so gelesen). aber ich kann mir vorstellen, dass das fehlen der vorhaut unangenehm sein kann. mich interessiert vor allem der ursprung dieses brauchtums. die beschneidung hatte angeblich im altertum den sinn zur kontrolle des geschlechtsslebens d. sklaven und unterschicht, ohne gleichzeitig die fruchtbarkeit zu beeinflussen. im 18. jh. war in europa die sexualfeindliche begründung f.d. beschneidung maßgeblich. so empfahlen ärzte die `beschneidung` von jungen und mädchen als eine maßnahme gegen masturbation. die älteste bekannte darstellung e. beschneidung gibt es aus dem jahre 2420 v. chr. für die ägypter war die schlange ein unsterbliches tier , weil sie ihre haut abwerfen und sich damit immer wieder erneuern konnte. bei der beschneidung eines mannes wurde symbolisch die häutung der schlange imitiert und somit die menschliche seele unsterblich. nach ansicht d. forscher ist das ein kulturhistorischer aspekt, der sich auf nachfolgende kulturen auswirkte. sollten wir uns heute im `aufgeklärten` zeitalter nicht von diesen alten mythen verabschieden? prävention in sachen hygiene und sexualverhalten sind heute wichtiger, und zwar für alle männer - ob mit oder ohne vorhaut. niemand kann sich wohl vorstellen, dass eine frau sich freiwillig einer genitalverstümmelung unterziehen würde. schon der gedanke daran lässt erschaudern - die kulturellen hintergründe sind unterschiedlich, aber sie haben auch - wie bei der beschneidung v. buben - eine sexualfeindliche und spezifisch frauenfeindliche grundlage ...

Gravatar: LarryLarry
03.07.2012
08:59
Rechtsunsicherheit?

Frau Schwarzer, Sie beklagen, dass mit dem Kölner Urteil Rechtsunsicherheit für die Betroffenen eingetreten sei. Mit Verlaub: Haben Sie das Urteil gelesen? Sollten Sie es gelesen haben, dann müssten sie verstanden haben, dass der angeklagte Arzt freigesprochen wurde. Und zwar nicht weil die Beschneidung rechtmäßig war, sondern weil bisher in Rechtsprechung und Literatur umstritten war, ob die Beschneidung strafbar ist, und der Arzt die Strafbarkeit daher nicht kennen konnte, § 17 StGB. Soll heißen: Das LG Köln hat den Arzt freigesprochen weil BISHER Rechtsunsicherheit geherrscht hat. Damit hat das LG Köln also die bisherige Rechtsunsicherheit beendet und Rechtssicherheit hergestellt: Die Beschneidung von nicht einwillgungsfähigen Kindern ohne medizinische Indikation ist in Deutschland strafbar. Also verkürzt: VOR dem Urteil herrschte Rechtsunsicherheit, nach dem Urteil herrscht Rechtssicherheit. MfG, Larry

Gravatar: NimmZweiNimmZwei
05.07.2012
14:12
Ausschlaggebend ist das Alter

Ich bin weit davon entfernt, Angehörigen des jüdischen oder muslimischen Glaubens das Recht auf freie religiöse Entfaltung abzusprechen. Auch wenn das Kölner Landgericht denkbar undiplomatisch an dieses Problem herangegangen ist (man hätte beispielsweise im Vorfeld mit den Betroffenen über einen Kompromiss diskutieren können) und so einen völlig unnötigen neuen Konflikt geschaffen hat – das Urteil hat zumindest eine Grundsatzdiskussion angestoßen, die ich für sehr wichtig halte. Denn die Beschneidung männlicher Kinder ist ein irreversibler und keineswegs (wie so oft behauptet) harmloser Eingriff. Wie würden wir Frauen uns wohl fühlen, wenn uns ("nur"!) die Entfernung der Klitorisvorhaut vorgeschrieben würde? Allein schon, dass ohne den Schutz der Vorhaut die empfindliche Klitoris bzw. Eichel ständig an der Unterwäsche scheuert. Würden wir es als Trost empfinden, dass sich mit der Zeit eine "Hornhaut" bildet? Wohl eher nicht... Das Hauptproblem dürfte der – vor allem im jüdischen Glauben – vorgeschriebene Zeitpunkt der Beschneidung sein: der 8. Tag nach der Geburt. Schauen wir uns jedoch einmal die Zahlenangaben im Alten Testament an, so kommen doch erhebliche Zweifel auf, ob diese Zahlen wortwörtlich zu nehmen sind. Beispielsweise: - Gott schuf die Welt in 6 Tagen und ruhte am siebten Tag. Ich denke, dass selbst die meisten Angehörigen jüdischen Glaubens mittlerweile erkannt haben, dass diese Angaben nicht im wissenschaftlichen Sinn zu verstehen sind, sondern auf einer Zahlensymbolik beruhen. Vor allem die Mystik des Judentums, die Kabbala, beschäftigt sich ja mit der spirituellen Bedeutung der verschiedenen Zahlen. So dürfte die gesamte Schöpfungsgeschichte (einschließlich der "Vertreibung aus dem Paradies") nicht wörtlich, sondern symbolisch zu verstehen sein. - Noah wurde 950 Jahre alt (Gen. 9,29); zur Zeit der Sintflut muss er bereits 600 Jahre alt gewesen sein (Gen. 9,28) Spätestens hier wird wohl jedem klar, dass diese Angaben mit der heutigen Realität eher nicht übereinstimmen. Auf diesen Seiten äußern sich übrigens Angehörige des jüdischen bzw. muslimischen Glaubens selbst: [url]http://www.jewsagainstcircumcision.org[/url] [url]http://www.quranicpath.com/misconceptions/circumcision.html[/url]

Gravatar: botarellabotarella
03.07.2012
08:30
Bin entsetzt...

Ich habe in der Urologie gearbeitet und mir sind in diesem Zusammenhang sehr wohl auch Studien begegenet, die eindeutig keinen hygienischen Vorteil der Beschneidung nahelegen, sofern eine normale/gesunde Vorhaut-Hygiene durchgeführt wird. Sollen sich also alle Männer einer Beschneidung unterwerfen, weil einige sich vielleicht nicht gewaschen haben? Was für ein Unfug! Es ist auch nicht nachzuvollziehen, warum ausgerechnet Kinder kein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben sollen. Beschneidungen können traumatisch sein und mit Komplikationen verbunden sein. Ich vermute dass es den Religionen (und den praktizierenden Erwachsenen) eher auch um eine Macht-Demonstration und um eine allgemeine Einschüchterung geht: "Sieh' her, wir haben auch Kontrolle über dein Genital!" Das sollte einfach nicht sein dürfen; jede(r) soll das Recht auf Schutz der Intimsphäre haben - ist das nicht eine simple humanistische/feministische Erkenntnis? Wieso also ausgerechnet Alice Schwarzer Beschneidungen favorisiert, hat mich deswegen wirklich entsetzt.

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
15:54
Bitte die Dinge nicht verwechseln

@ botarella, es geht (im jüdischen Glauben) mitnichten um "Kontrolle über den Penis". Für jenes Volk ist das Beschneidungsgebot aus dem AT eine göttliche Verordnung. Die (ausschließlich männliche) Beschneidung gilt als Bundeszeichen zwischen Gott und dem Volk Israel. Ein Beweis des Segens ist u.a, dass bei Jüdinnen deutllich seltener Gebärmutterhalskrebs auftritt, als in Gruppen, wo die männliche Beschneidung nicht so verbreitet ist.

Gravatar: TomatensaftTomatensaft
03.07.2012
08:24
Vorhautbeschneidung ist reaktionäre Körperpolitik

Ei Frau Schwarzer! Vor wenigen Tagen beklagen Sie noch völlig zu Recht, dass Freuds Theorie der polymorphen Sexualität dem reaktionären Modebiologismus weichen musste und jetzt verteidigen sie die Beschneidung von Jungen. Dabei hat Freud noch andere kluge Dinge geschrieben - beispielsweise über entsprechende Vorhautbeschneidung. Lesen Sie doch mal nach, es lohnt sich! Diese reaktionäre Körperpolitik, die zumindest Mitschuld daran hat, dass so viele Männer eine unreife, neurotische und für alle Beteiligten ungesunde Sexualität entwickeln, brauchen wir nun wirklich nicht. (Im Übrigen sollten Sie auch nicht alles glauben, was die WHO so von sich gibt. Es wurde schon genügend seriöse Kritik an ihr geübt, die eine gewisse Vorsicht nahelegt.) 

Gravatar: mazzamazza
03.07.2012
00:03
frühe sexualisierung - die alte/neue moderne?

werden die jungen nicht auch schon früh sexualisiert, wenn sie `beschnitten` werden? so wie mädchen früh sexualisiert werden, wenn sie zum tragen eines kopftuchs gezwungen werden? abgesehen von dem grausamen ritual der weibl. genitalverstümmelung. zu zirkumzision heisst es bei wikipedia: der eingriff wird meist aus religiöser u. kultureller motivation ausgeführt, seltener als medizinische behandlungsmaßnahme. die religiösen/kulturellen gründe sind archaischen ursprungs - kein junge kommt ohne `vorhaut` auf die welt. die beschneidung gilt im judentum als gebot gottes und religionsgeschichtlich kann eine erklärung des brauchs als ablösung vom menschenopfer gesehen werden. der prophet mohammed kam lt. einer überlieferung ohne/oder mit einer sehr kurzen vorhaut zur welt. beschnitten zu sein kann interpretiert werden als dem vorbild der propheten zu entsprechen. es heisst auch, eine vorhautentfernung ersetzt in keinem fall eine ausreichende genitalhygiene. heute im zeitalter von Aids und vielen anderen sexuell übertragbaren krankheiten scheint die beschneidung zu einem modernen kulturellen gut stilisiert zu werden? wobei die beschneidung als HIV-prävention von mehreren seiten kritisiert wird, da das risiko einer infektion nicht völlig aufgehoben ist, andererseits die gefühlte sicherheit zu einem leichtfertigen verhalten verleiten könnte. es gibt auch ein gesundheitl. risiko vor allem in ländern der dritten welt. angeblich existieren widersprüchliche untersuchungen. aber in keiner kultur findet eine weibl. genitalverstümmelung statt, in der nicht auch die jungen diesem ritual unterworfen sind. das sollte zu denken geben und hoffentlich anlaß sein, das thema und all die schrecken von genitalverstümmelungen mehr öffentlich zu machen, da es mio menschen betrifft, die ungefragt im frühen kindesalter körperlich verletzt werden. ob sich erwachsene männer im großen stil aus hygienischen, ästhetischen,sexuellen gründen beschneiden lassen würden, kann ich mir nicht vorstellen. in menshealth/ziehen-schneiden-fertig wird ihnen dieser körperliche eingriff aber schmackhaft gemacht: "das warten lohnt sich. sex wird von männern, die relativ spät beschnitten wurden und daher vergleichen können, als deutlich anregender empfunden. die vorhaut ein produkt der evolution..."

Gravatar: Andreas RauAndreas Rau
02.07.2012
23:09
Gedanken zum Beschneidungsurteil ...

Gedanken zum aktuellen Urteil des Landgerichts Köln "Das ist ein harmloser Eingriff mit Tausende Jahre alter Tradition und hohem Symbolwert." Das Urteil des Kölner Landgerichts, nach dem die religiöse Beschneidung von Jungen rechtswidrig und strafbar ist, sei "ein unangemessener Eingriff in die Religionsfreiheit", so islamische und jüdische Verbände. Ja sogar von integrationsfeindlich ist da die Rede und wieder andere scheuen sich nicht, hier sogar die "Antisemitismuskeule" zu schwingen. Sorry, liebe muslimische und jüdische Freunde.... und sorry auch Alice Schwarzer. Aber hier geht es um etwas anderes. Und das Gericht in Köln hat hier schlicht aus der Perspektive der Jungs entschieden, denen ungefragt und nicht einwilligungsfähig einfach ein Körperteil irreversibel entfernt wird. Mag er manchen auch noch so unbedeutend erscheinen und der Eingriff vergleichsweise harmlos - im Vergleich zur Beschneidung von Mädchen. Das Recht auf Religionsfreiheit ist aber -wenn es denn darum geht- das Recht der Eltern GEGEN ihr Kind und sein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das Gericht hat hier abgewogen und zu einem juristisch (und wie ich finde auch richtigem) Urteil gefunden. Die Justiz ist nämlich unabhängig von religiösen und politischen Strömungen! Gut so. Wer das nun "mangelnde Kultursensibilität" nennt, sollte wissen, dass genau dafür der gesellschaftlich politische Diskurs zuständig ist und nicht die Justiz. Ich persönlich begrüße das Urteil. Der Richterspruch entspricht der UN-Kinderrechtskonvention, Kinder haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung. Das Entfernen der Vorhaut bei Jungen verstößt dagegen, zumal die dafür vorgebrachten hygienischen Argumente heute keine Rolle mehr spielen und Studien längst nachgewiesen haben, dass sich Vorteile mit Nachteilen aufwiegen. Präventive Aspekte sind marginal, zumal ausreichende Körperhygiene und die Benutzung von Kondomen bei späterer Sexualität den präventiven Aspekt eher und effektiver erfüllen. Auch die WHO, die Frau Schwarzer hier zitiert spricht sich ausdrücklich gegen UNFREIWILLIGE Beschneidung von Kindern aus und schreibt dies auch asudrücklich auf ihren Internet-Seiten zu diesem Thema. Und zudem spricht die WHO auch davon, dass die Wirkung gegen Krankheiten in unseren Breiten marginal ist. Dem Argument der „Integrationsfeindlichkeit“ möchte ich entgegen halten. Es ist und bleibt eine große Herausforderung an Politik und Gesellschaft, Strukturen zu schaffen, in denen Integration möglich und erstrebenswert wird. Das kann sicher keine Einbahnstraße sein und es muss auch die Bedürfnisse der Religionen berücksichtigen. Sich mit den Rechten von Kindern zu befassen und diese ernst zu nehmen gehört dabei für mich zu dem Prozess der Integration die „beide Seiten“ zu bestreiten haben. Machen wir uns auf den Weg! Das Urteil muss nun dazu führen, dass die Kinderrechte rasch im Grundgesetz verankert werden!!! Klar ist auch, dass wir das Urteil nutzen sollten, um das Thema Religionsfreiheit neu zu denken. Ich bin froh, dass hier jeder nach seinem Glauben ohne Repression leben darf. Aber die Freiheit des einen hört da auf, wo ein anderes höheres Rechtsgut eines anderen eingeschränkt wird. Religionsfreiheit darf nicht bedeuten, dass Menschen gegen ihren Willen in ihrer Freiheit beschränkt werden und Opfer physischer wie psychischer Verletzungen werden.
Die Jungen können bei Erreichen eines späteren Alters selbst entscheiden, ob sie den Eingriff wollen oder nicht. Einwände, dass die OP bei Erwachsenen schwieriger sei, kann ich da nicht gelten lassen. Auch hier belegen Studien, dass Komplikationen meist kein Problem der körperlichen Reife sind, sondern eher eine Folge der OP-Techniken sind. Die Religionsfreiheit wird durch die Mündigkeit der Jungs in keiner Weise beeinträchtigt, sondern sogar eher gestärkt, wenn sich Mitglieder einer Religion aufgrund ihrer persönlichen Überzeugung für ihre religiöse Identität entscheiden und nicht aufgrund eines von Eltern und Priestern auferlegten Dogmas. Erst dann kann ich überhaupt von ReligionsFREIHEIT sprechen. SPD und Grüne denken übrigens bereits laut Presseberichten darüber nach, die Beschneidung von Jungs im Kindes- und Säuglingsalter rechtlich zu verankern. Schlimm genug. Einem Argument allerdings, dass vorgebracht wird, nämlich das des „Beschneidungstourismus“ und der damit verbundenen mangelnden Sachkunde von Beschneidern im Ausland habe ich im Moment wenig entgegen zusetzen. Wäre das Urteil dann eher ein „Bärendienst“ für die Jungs, wie es ein Kollege von mir sagt? Bevor das Urteil sein Ziel also wirklich erreicht,Wirkung zeigt und den Rechten der Kinder und der Gesundheit dient, müssen andere Integrationsfragen mit allen Beteiligten auf Augenhöhe diskutiert werden. Ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs also, der sich nicht allein juristisch auflösen lässt.

Gravatar: A.UhlA.Uhl
02.07.2012
20:35
Frau

Meine liebe Alice, hab gerade gehört, dass es auch Pannen bei der Beschneidung gibt. Es kommt vor, dass der Penis amputiert werden muss!! Nur ein Fall reicht aus, um dagegen zu sein. Dann ist das Argument der Hygiene bei uns nun wirklich nicht relevant. Kann man vielleicht die Zahlen der vorkommenden Probleme nennen?

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
16:15
"nur ein Fall reicht"

Das ist aber äußerst selten, und wenn, dann ist es auf unsachgemäße Operation zurück zu führen. Infektionen bei Operationen sind deutlich häufiger. Sollen dann deswegen Operationen verboten werden?

Gravatar: CurtCurt
05.07.2012
19:08
Das ging wirklich schief: Bruce vs. Brenda

Das inzwischen wohl weithin bekannte Schicksal von David Reimer, der durch einen Kunstfehler bei einer medizinisch indizierten Beschneidung seinen Penis verlor zeigt, weigt, wie dramatisch eine Beschneidung schief gehen kann. Bruce Reimer wurde nach der missglückten Beschneidung auf Anraten des Sexualwissenschaftlers John Money kastriert und als Mädchen Brenda gross gezogen. Hat aber nicht geklappt und so nahm er Jahre später wieder eine männliche Identität an als "David". 2004 brachte er sich um. Der Fall taucht bei unverbesserlichen Gender-Betonköpfen immer noch als Beleg dafür auf, dass es kein biologisches Geschlecht gibt, sondern dass es nur auf die Erziehung ankommt; so hatte es Money jahrelang verkauft, bevor aus Brenda David wurde. Sieh: http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer oder auch: http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-der-kleine-unterschied-1329701.html

Gravatar: mlml
02.07.2012
19:54
Ja, Nein, Vielleicht

Ach. Sicherlich, Circumcision ist hygienischer, besser für die Gesundheit ... usw. Niemand wird in D (hoffentlich) diese Begründungen verneinen und C. ganz verbieten. Aber: 8-Tage alte Kinder haben noch keinen Geschlechtsverkehr, können niemanden anstecken und sollten - so sie als Menschen gesehen werden - bitte schön selbst entscheiden, was mit Ihnen gemacht wird. Dann wird auch alles gut (und C. mit der Klitorisbeschneidung zu vergleichen ist ahnungslos genug, das muss man(n) nicht ernst nehmen).

Gravatar: ogottogottogottogott
02.07.2012
19:24
nicht ohne medizinische Notwendigkeit

Es sollten nach meiner Meinung niemals körperliche Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit vorgenommen werden. Nicht zur Verschönerung u. nicht für die Hygiene, die übrigens heutzutage auch bei erhaltener Vorhaut ausreichend vorgenommen werden kann. Aus hygienischen und anderen Gründen kann jedes männl. Wesen sich nach Volljährigkeit immer noch einem Eingriff aus eigener Entscheidung unterziehen. Dass dies aber Eltern bestimmen, die dafür nur einen Arzt bezahlen müssen, finde ich zu sehr über das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes hinweggegangen. Auch die kleinen Jungen haben nach dem Eigriff noch tagelang Schmerzen u. wissen nicht wofür. Da wird an ihnen herumgeschnippelt, ohne dass sie gefragt werden. Wenn ein Erwachsener das aus bestimmten Gründen auf sich nehmen will, ist das in Ordnung u. dieses Urteil verwehrt es ihm ja auch nicht. Es geht doch hier ausschließlich um die Sicherstellung der körperlichen Unversehrtheit von Kindern, damit sie mit ihrem Körper nicht mehr für die Überzeugungen ihrer Eltern herhalten müssen. Ich freue mich eher darüber, dass hier einmal jemand aufmerksam so ein kinderfeindliches Verfahren zur Anzeige gebracht hat. Kinder haben dieses Recht! Und nun steht es fest! Religiös ausgerichtete Menschen, für die dies eine rituelle Handlung für den Glauben darstellt, müssen sich nun eben gedulden, bis die Kinder die Religionsmündigkeit erreicht haben, um dann mit vollem Bewusstsein dieser Praxis zuzustimmen. Dadurch wird mancher Junge altersgemäß religiöse Praxis hinterfragen, die er als Kleinkind einfach noch nicht hinterfragen kann. Das kann sich jeder Mensch doch nur wünschen.

Gravatar: berta.bberta.b
02.07.2012
18:48
Männer, was sagt ihr?

Eine solche Aufregung - wegen eines kleinen Schnitts... einerseits. Andererseits: Kann es nicht sein, dass wir sensibler geworden sind? Gerade auch durch die von Feministinnen vorangetriebene Ächtung der Genitalverstümmelung bei Mädchen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es für kleine Jungs so großartig ist, eine mit viel Brimbamborium ritualisierte OP am Penis durchzustehen - das muss doch nicht sein. Dann doch lieber eine Beschneidung in einem Alter, in dem der Junge aufgeschlossen ist für das Argument der Gesundheitsvorsorge! Männer, was sagt ihr denn dazu?

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
16:34
Beschneidung männlich/weiblich nicht vergleichbar

@berta.b, Klitorisbeschneidung ist schwere Körperverletzung aus meiner Sicht. Jungs-Beschneidung kannst Du damit nicht vergleichen. Acht Tage alte Buben (s. Judentum) haben noch kein ausgeprägtes Schmerzempfinden. Das Stechen der Ohrläppchen bei Mädchen ist sicher schmerzhafter.

Gravatar: OliverSOliverS
04.07.2012
18:02
Schmerzempfinden

Selbstverständlich haben Babies en ausgeprägtes Schmerzempfinden, sonst würden kleine Jungen bei der Beschneidung auch nicht schreien wie am Spieß. Und der Vergleich zur Beschneidung von Mädchen drängt sich auf. Auch dort wird mitunter "nur" die Klitorisvorhaut weggeschnitten. Das macht dann im Ergebnis überhaupt keinen Unterschied mehr zur Jungenbeschneidung

Gravatar: herbi69herbi69
02.07.2012
18:35
Frage der Hygiene

Das Argument der Beschneidung aus hygienischen Gründen mag vielleicht für Länder gelten, in denen Trinkwasser knapp ist - aber doch nicht in unseren Breiten, in denen nun wirklich jeder Zugang zu Wasser und Seife hat. Ist es in Sachen Hygiene mit der Beschneidung eines Säuglings getan? Oder sollte Jungs nicht generell beigebracht werden, dass sie sich zu waschen haben? Und will man diesem Argument folgen: Sollten dann nicht alle Männer grundsätzlich beschnitten werden? Außerdem: Liegt eine Phimose vor, gibt kann ja weiterhin medizinisch für eine Beschneidung argumentiert werden. Das hat doch mit dem Kölner Urteil nichts zu tun!

Gravatar: IngmarIngmar
09.07.2012
23:31
Schmerzfreie Erektion

Kleine Korrektur: eine Beschneidung bei einer Phimose dient doch in erster Linie einer schmerzfreien Erektion, nicht Ejakulation?!

Gravatar: mariamaria
02.07.2012
17:10
gerichtsurteil

Liebe Alice, sehr selten bin ich anderer Meinung als Du - aber diesmal ganz entschieden! Kein Grund zählt für mich, unwissenden, nicht entscheidungsfähigen Säuglingen wissentlich Schmerzen zuzufügen. Es geschieht auch in den seltensten Fällen aus hygienischen Gründen, sondern eindeutig aus religiösen . Weder Männer noch Frauen sollen verstümmelt werden, grade an den Genitalien ist doch der Grund vordergründig: die Religionen haben sich immer mit Vorliebe dieser Region angenommen. Ich habe 3 Söhne. Niemals hätte ich ihnen das antun wollen. Es ist nämlich mitnichten schmerzlos. Man schaue nur die Gesichter der Kinder an, denen das angetan wird: schmerzverzerrt, angstvoll. Wer kann das verantworten?

Gravatar: Ernst WilhelmErnst Wilhelm
03.07.2012
16:47
schmerzverzerrte Gesichter - trotzdem eine Gebot

@ maria: Tja, ein gewisser Abraham wollte das ebenfalls seinem Sohn ersparen - wohl aus demselben Grund. Nütze aber nichts. Seine Frau (!) Sarah machte ihm das deutlich. Wer die Verantwortung übernommen hat? Nun, Gott selbst ... (nachzulesen im 1. Buch Mose). Geschadet hat es niemand.

Gravatar: mariamaria
04.07.2012
12:27
Abraham? Aids? Hygiene?

Ich habe bei Google geschaut: "Beschneidung - Bilder" da wird sehr deutlich, wie Schmerzhaft dieser Eingriff ist. Warum halten denn die Erwachsenen das schreiende Kind so fest??? Und der Hinweis auf Abraham.... nichts überzeugt mich weniger.

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